Öffi-Gewalt: Zugführer der ÖBB planen Pfeifkonzert

Bild: ÖBB

Das Zugpersonal der ÖBB will die Mitarbeiter der Wiener Linien im Kampf gegen gewalttätige Übergriffe auf Öffi-Mitarbeiter unterstützen. Während die Wiener Linien am Mittwoch eine Betriebsversammlung abhalten und Bus, Bim und U-Bahn nur im Notbetrieb unterwegs sind, wollen die ÖBB-Lokführer um 6 Uhr 30 mit einem Pfeifkonzert in Wien ein Zeichen der Solidarität setzen. Im Jahr 2013 ist es laut Gewerkschaft zu 86 Gewaltakten gegenüber Mitarbeitern gekommen, die ÖBB-Leitung zählte 83 derartige Vorfälle, was einen Rückgang um ein Drittel im Vergleich zu 2013 bedeutet.

sind, wollen die ÖBB-Lokführer um 6 Uhr 30 mit einem Pfeifkonzert in Wien ein Zeichen der Solidarität setzen. Im Jahr 2013 ist es laut Gewerkschaft zu 86 Gewaltakten gegenüber Mitarbeitern gekommen, die ÖBB-Leitung zählte 83 derartige Vorfälle, was einen Rückgang um ein Drittel im Vergleich zu 2013 bedeutet.

Die ÖBB-Triebfahrzeugführer in Wien sollen nach dem Aufruf der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida morgen um 6.30 Uhr, also zum angekündigten Ende der Betriebsversammlungen bei den Wiener Linien, in Solidarität die Makrofone der Lokomotiven mit Signal "Achtung" eine halbe Minute lang erschallen lassen.

Die Mitarbeiter der Bundesbahnen möchten sich aus gutem Grund solidarisch mit der Belegschaft der Wiener Linien zeigen. Denn im Vorjahr sind laut Gewerkschaft vida 86 gewalttätige Übergriffe auf ÖBB-Zugbegleiter gezählt worden, angeblich zum Teil mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Die Palette der Gewalt in den ÖBB-Zügen reicht laut Zentralbetriebsrat von Anpöbelungen, Beleidigungen oder Anspucken bis hin zu schweren Attacken mit Messern, Flaschen oder auch Hacken.

"Die Probleme der Beschäftigten der Wiener Linien sind auch die Probleme der Kolleginnen und Kollegen bei den ÖBB, der Westbahn AG und anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen", sagte Helmut Gruber, Wiener Vorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida.

ÖBB: Um ein Drittel weniger Vorfälle als 2011

Die Unternehmensleitung der ÖBB verwies auf Präventionsmaßnahmen, durch die es gelungen sei, die Zahl der Übergriffe in Zügen deutlich zu senken. Die von den Bundesbahnen bestätigten 83 Vorfälle im Vorjahr, im Jahr 2011 seien es noch 127 gewesen. Das bedeute einen Rückgang von 35 Prozent. Als solcher gewertet werden das Berühren eines ÖBB-Mitarbeiters im Konfliktfall, das Beleidigen und auch tätliche Angriffe. Die meisten Vorfälle entstehen bei Fahrscheinkontrollen.

Die 1.400 Zugbegleiter seien durch Spezialisten des Innenministeriums besonders im Umgang mit Gewalt und Aggression geschult worden. Dabei wurde trainiert, wie man mit eskalierenden Situationen umgeht, wie man Ruhe bewahrt und im Interesse der Fahrgäste umsichtig, aber zielorientiert vorgeht.

16 Attacken im Jahr 2014

ÖBB-Zentralbetriebsratsvorsitzender Helmut Radlingmayr hört hingegen die Alarmglocken schrillen. "Es ist keine Wende zum Besseren in Sicht. Heuer gab es in den ersten drei Monaten des Jahres bereits 16 tätliche Angriffe auf Bedienstete in den ÖBB-Zügen".

Radlingmayr, der auch Aufsichtsratsmitglied ist, will deshalb am Mittwoch in der Sitzung des Aufsichtsrats der ÖBB Personenverkehr AG als außerordentlichen Tagesordnungspunkt einen Fragen- und Forderungskatalog zum Thema einbringen.

"Alle Öffi-Beschäftigten müssen an einem Strang ziehen"

Laut Grüber muss die sinnlose Gewalt in den Öffis gegenüber Beschäftigten und Fahrgästen "endlich mit wirksamen und eisenbahngesetzkonformen Maßnahmen verhindert werden. Dazu müssen alle Öffi-Beschäftigten solidarisch an einem Strang ziehen".

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