Öffi-Einzelfahrschein künftig um 20 Cent teurer

Einige Öffi-Tickets werden ab 2018 teurer, die 365-Euro-Jahreskarte bleibt.
Einige Öffi-Tickets werden ab 2018 teurer, die 365-Euro-Jahreskarte bleibt.Bild: Wiener Linien
Ab 2018 erhöhen sich die Tarife für Öffi-Tickets. Gute Nachricht für Stammkunden: Die 365-Euro-Jahreskarte bleibt.
Erstmals seit 2014 erhöhen die Wiener Linien die Öffi-Tarife. Wer nicht oft in U-Bahn, Bus und Co. steigt, spürt die Tarif-Änderung am meisten. Denn: Ab 1. 1. 2018 kostet der Einzel-Fahrschein 2,40 Euro (statt bisher 2,20 Euro).

2012 wurde die 365-Euro-Jahreskarte eingeführt, mittlerweile nutzen rund 760.000 Kunden die Jahreskarte um einen Euro pro Tag. Der Preis der 365-Euro-Jahreskarte bleibt auch nach dem 1.1.2018 gleich, verkündeten jetzt die Wiener Linien. Auc andere Vielfahrer-Tickets, wie z.B. die Semesterkarte (bei Online-Kauf), bleiben vom Preis her unverändert.

Der Jahreskarten-Tarif bei monatlicher Abbuchung der Jahreskarte erhöht sich künftig um 1,75 Euro.

Einzelfahrschein wird um 20 Cent teurer, Wochenkarte um 90 Cent

Schlechte Nachricht für Wenig-Öffi-Fahrer: Ein Einzelfahrschein kostet künftig 20 Cent mehr (2,40 Euro), der ermäßigte Einzelfahrschein kostet 10 Cent mehr (1,20 Euro). Der neue Preis für die Wochenkarte beträgt 17,10 Euro statt bisher 16,20 Euro – sie wird also um fast einen Euro teurer.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Der Seniorentarif der Jahreskarte wurde letztmals 2007 angehoben. Für Einmalzahler der Senioren-Jahreskarte ändert sich der Preis um 11 Euro, sie kostet ab 2018 235 Euro. Bei monatlicher Abbuchung erhöht sich der Betrag um rund 1,40 Euro pro Monat.

Neu: Zwei-Fahrten-Ticket, Senioren-Einzelticket

Auch das Ticketangebot ändert sich. Einige Fahrscheine, wie etwa das 4-Fahrten-Ticket oder das 90-Minuten-Ticket werden wegen geringer Nachfrage aufgelassen.

Neu im Sortiment ist ab 1.1.2018 ein Zwei-Fahrten-Fahrschein und ein Einzelfahrschein für Senioren.

Kein Fahrscheinverkauf im Bus mehr

Von allen Fahrgästen der Wiener Linien haben lediglich 0,06 Prozent ihren Fahrschein im Bus gekauft, argumentieren die Wiener Linien. Daher wird der Fahrscheinverkauf bei den Buslenkern eingestellt. Der Verkauf im Bus sei mit hohen Vertriebskosten verbunden und sorge für Verzögerungen im Fahrbetrieb, so das Argument der Wiener Linien. "Wir haben 900 Partner-Trafiken in Wien, außerdem gibt es Fahrschein-Automaten in den U-Bahn-Stationen und man kann ein Handyticket lösen", erklärt Wiener-Linien-Sprecher Daniel Amann gegenüber "Heute". Und: Wenn etwa Gruppen mit mehrere Personen in einen Bus einsteigen und alle Tickets kaufen, gebe es Verzögerungen. Diese sollen künftig wegfallen.

Anspruchsalter für Senioren steigt auf 63 Jahre

Mit 1. 1. 2014 wurde in vielen Verkehrsunternehmen Österreichs das Anspruchsalter für die Senioren-Ermäßigung bei Einzelfahrschein und Jahreskarte für Frauen und Männer von 60 auf 61 Jahre angehoben. Das Anspruchsalter steigt seither automatisch alle zwei Jahre um ein Lebensjahr. Für Senioren heißt das: Erst ab dem Alter von 63 Jahren bekommen sie ab ein Öffi-Ticket mit Senioren-Ermäßigung.

Schwarzfahren wird um zwei Euro teurer: 105 Euro ab 1. Jänner

Wer beim Schwarzfahren erwischt wird, zahlt ab 1. Jänner 105 Euro. Derzeit sind es noch 103 Euro. Bei Bezahlung innerhalb von zwei Wochen beläuft sich die Mehrgebühr auf 115 Euro. Bisher musste binnen drei Tagen bezahlt werden, sonst erhöhte sich der Betrag automatisch auf 134 Euro.

Mehr Effizienz in der Verwaltung

Die Wiener Linien setzten in den vergangenen Jahren zahlreiche Effizienzmaßnahmen in der Verwaltung, in den Werkstätten, im Bau- und Anlagenmanagement und im betrieblichen Bereich um, so Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl: "Die uns zur Verfügung stehenden Mittel werden so effizient wie nur möglich eingesetzt."

Während 2010 von einem Mitarbeiter noch 104.000 Fahrgäste befördert wurden, waren es 2016 bereits 112.000 Fahrgäste je Mitarbeiter. Insgesamt konnten seit 2001 durchschnittlich rund 35 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

Im europäischen Vergleich gehöre Wien weiterhin zu den Städten mit dem günstigsten Jahreskartenpreis, betonen die Wiener Linien: im Durchschnitt kostet eine Jahreskarte rund 780 Euro, in Wien weniger als die Hälfte. In Städten, die mit Wien vergleichbar sind, wie z.B. Hamburg (606 Euro) oder München (741 Euro), ist die Jahreskarte deutlich teurer. (gem)

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