Wintersport

"Oft im Regen gestanden" – Gold krönt Strolz-Karriere

Ein Olympia-Märchen in Rot-Weiß-Rot. Johannes Strozl kombinierte sich zu Olympia-Gold, nachdem er bereits aussortiert wurde. 
Markus Weber
10.02.2022, 09:54

Der 29-Jährige galt stets als großes Talent, schaffte aber nie den Durchbruch. Deshalb flog er vor knapp einem Jahr aus dem ÖSV-Kader. Trotzdem glaubte der Vorarlberger weiter an sein Können, seinen Traum, seine Karriere. Und wurde mit dem Olympiasieg belohnt. 

"Ich wusste, dass ich alles habe, was es braucht, um ganz vorne mitzufahren. Ich bin dankbar, dass ich dann die Familie hatte, die mir den Rücken freigehalten hat", erzählte der sichtlich gerührte Slalom-Läufer nach der Siegerehrung in Yanqing. 

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Gedanken an den Papa

Dabei dachte der 29-Jährige vor allem an seinen Vater. Hubert Strolz war bereit 1988 Kombinations-Olympiasieger. Nun tat es ihm sein Sohn gleich. "Mir sind die Bilder vom Papa in den Kopf gekommen, die Goldmedaille, die zu Hause hängt. Als Kind war der Papa, nicht der Olympiasieger. Er ist für mich eine Riesenstütze. Von ihm habe ich gelernt, dass man hart arbeiten, muss, sich durchbeißen muss, wenn es nicht läuft, dass man fleißig sein muss", erzählte Strolz. Und ergänzte: "Der Papa ist ein Mensch, der immer eine Gelassenheit an den Tag legt. Ich habe nie einen Anpfiff bekommen als Kind. Er hat immer gemeint: ,Jetzt hast du wieder etwas dazugelernt.´"

Die Lebenserfahrung macht sich nun bezahlt. Erst mit seinem Sensationssieg in Adelboden sprang Strolz auf den Olympia-Zug auf. Ein Monat später ist er Olympiasieger. "Es gab Zeiten, in denen es gar nicht gelaufen ist, jetzt habe ich eine Zeit, in der ich gewinnen darf", strahlte der ÖSV-Läufer.

"Oft im Regen"

Neben den Erinnerungen an seine Kindheit dachte Strolz beim Abspielen der österreichischen Hymne aber auch an das harte Training, das seine Karriere nun vergoldete. "Ich habe an die harten Stunden gedacht, in denen ich trainiert, mich aufgeopfert habe. Komischerweise ist mir eine spezielle Konditions-Einheit in den Sinn gekommen, wo ich immer wieder auf demselben Waldweg trainiert habe. Da bin ich oft alleine im Regen dagestanden, im Wind. Aber ich habe mich durchgebissen", lachte Strolz. Harte Arbeit, die den Vorarlberger zum Olympiasieg führte.