Niederösterreich

OGH-Urteil besiegelt Aus für Stockerhütte

Die Stockerhütte bei Wilhelmsburg bleibt geschlossen, die Naturfreunde müssen nach einem langwierigen Prozess die enormen Prozesskosten übernehmen.
09.08.2020, 13:41

Lange war die Stockerhütte der Naturfreunde zwischen St. Veit an der Gölsen (Bez. Lilienfeld) und Wilhelmsburg (Bez. St. Pölten) ein populäres Ziel für Wanderer. Dann entbrannte ein Streit mit dem Landwirten, dem die Ländereien rund um die Hütte gehören – "Heute" berichtete mehrmals. Dieser versperrte den einzigen Zufahrtsweg zur Hütte, ließ sogar Gräben ausheben und sorgte so dafür, dass keine Speisen mehr geliefert werden konnten. Es folgte ein Marathonprozess vor Gericht.

Neustart gescheitert

Entnervt warf der Pächter schließlich das Handtuch, Ende 2016 versuchte man zuletzt einen Neustart. Lebensmittel wurden von da an mit dem Helikopter zur Hütte gebracht, die Hütte sperrte kurze Zeit wieder auf. Aber nicht lange, denn es wurde Anzeige gegen die Hütte erstattet und es stellte sich heraus, dass es zwar eine Betriebsanlagenbewilligung, aber offenbar keine Baubewilligung für die 1972 errichtete Küche sowie WC-Anlage gab – zumindest war diese nicht auffindbar. Seither herrschte Stillstand auf der Stockerhütte. Zwischenzeitlich drohte sogar der Abriss der Hütte, der aber abgewendet werden konnte.

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Am Ende dürften nun alle Mühen der Naturfreunde umsonst gewesen sein. Denn der Oberste Gerichtshof entschied nun endgültig, dass die Zufahrt zur Hütte versperrt bleibt und der Landwirt Recht hat. Nachdem die Bewirtschaftung somit weiterhin quasi unmöglich ist, bedeutet das Urteil wohl das endgültige Aus für die Stockerhütte als Gastwirtschaft. Der Prozess hatte sich über sieben Jahre gezogen und kommt den Naturfreunde jetzt teuer zu stehen. Sie müssen die Prozesskosten im mittleren fünfstelligen (!) Euro-Bereich bezahlen.