Vier Wochen nach der Attacke auf eine Studentin auf offener Straße in Paris haben Ermittler einen 25-Jährigen in Gewahrsam genommen. Er gilt als "gestört und gewalttätig".
Der Angriff auf die 22-jährige Marie Laguerre im XIX. Arrondissement in Paris sorgte für Entsetzen. Jetzt, knapp einen Monat nach der Tat, hat die Polizei einen Mann in Gewahrsam genommen. Der 25-jährige Verdächtige Firas M. soll die junge Frau in aller Öffentlichkeit geschlagen haben.
M. entspreche Laguerres Personenbeschreibung, erklärten die Ermittler gegenüber "Le Parisien". Für Mittwoch sei eine Gegenüberstellung mit Laguerre geplant, um den Mann zu identifizieren.
M. ist "gestört und gewalttätig"
Die Pariser Ermittler nahmen den mutmaßlichen Täter fest, als er eine psychiatrische Klinik in Paris verließ. Laut "Le Parisien" war M. im Rahmen eines anderen Gerichtsverfahrens in die Klinik eingeliefert worden. Das Krankenhauspersonal beschrieb den Verdächtigen als "gestört und gewalttätig". M. sei fähig, "seine eigene Mutter zu schlagen".
Die Polizei ermittelte in dem Fall wegen "sexueller Belästigung" mit Gewaltanwendung. Der Täter war Laguerre zunächst gefolgt und hatte anzügliche Geräusche und Bemerkungen gemacht. Später habe der Mann einen Aschenbecher auf sie geworfen und sie vor einem Café vor Dutzenden Zeugen ins Gesicht geschlagen.
Ein Fall mit politischen Folgen
Die Tat hat politische Folgen: Die französische Gleichstellungsministerin Marlène Schiappa sagte, es stehe die "Freiheit der Frauen" auf dem Spiel, sich frei in der Öffentlichkeit zu bewegen. Sie brachte ein Gesetz auf den Weg, das im Herbst vom Parlament besiegelt werden soll. Wer Frauen beleidigt oder sexuell belästigt, dem drohen danach künftig Geldstrafen von bis zu 3000 Euro. (red)