Österreich

Oligarch Firtash will am Dienstag auf Kaution freiko...

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:18

Am Dienstag will der ukrainische Geschäftsmann Dmitry Firtash die Auslieferungshaft gegen seine vorläufige Freiheit innerhalb der österreichischen Staatsgrenzen tauschen. Dafür muss eine Kaution in der Höhe von 125 Millionen Euro gezahlt werden.

Am Dienstag will der ukrainische Geschäftsmann die Auslieferungshaft gegen seine vorläufige Freiheit innerhalb der österreichischen Staatsgrenzen tauschen. Dafür muss eine Kaution in der Höhe von 125 Millionen Euro gezahlt werden.

hatte das Landesgericht für Strafsachen Wien die Auslieferungshaft wegen Fluchtgefahr verhängt. Es wurde eine Kaution in der Höhe von 125 Millionen Euro bestimmt. Wie am Montag bekannt wurde, soll die Summe am Dienstag gezahlt werden.

Firtash müsste sich an Wohnort in Wieden aufhalten

Wird die geforderte Summe bezahlt und gebe das Oberlandesgericht Wien grünes Licht, erfolge die Enthaftung, sagte eine Sprecherin am Montag. Für diesen Fall ist dem Betroffenen bereits das Gelöbnis, Österreich nicht zu verlassen, abgenommen worden. Komme Firtash frei, müsse er sich an seinem bekannten Wohnort in Wien-Wieden aufhalten oder einen anderen Wohnsitz sofort melden.

Die enorme Höhe der erforderlichen Summe kam aufgrund des Reichtums im Zusammenhang mit der Schwere des ihm zu Last liegenden Tatverdachts zustande. Grundlage für die Festnahmeanordnung der Staatsanwaltschaft Wien war ein US-Haftbefehl in dem ihm der Verdacht der Bestechung und der Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird.

War die Auslieferung rechtens?

Über die Zulässigkeit der Auslieferung wird anhand des Auslieferungsersuchens und der von den US-amerikanischen Behörden noch vorzulegenden Unterlagen vom Landesgericht für Strafsachen Wien nach Durchführung des dafür vorgesehenen Verfahrens entschieden werden, teilte das Landesgericht weiter mit.

Der Betroffene hatte zuvor gegen den Beschluss Beschwerde angemldet, über welche das Oberlandesgericht Wien zu entscheiden hat.

Firtash gilt mit einem von Forbes geschätzten Vermögen von zuletzt mehr als 3,3 Milliarden Dollar (2,4 Mrd. Euro) nicht nur als einer der reichsten Ukrainer, der im Gashandel, in der chemischen Industrie und im Bankensektor tätig war.

Nicht zuletzt durch die Übernahme der Inter Media Group Anfang 2013 war er auch ein äußerst wichtiger politischer Player in seinem Heimatland. Der TV-Sender Inter, das Flaggschiff von Firtashs Medienkonzern, zählt zu den reichweitenstärksten und einflussreichsten Fernsehsendern des Landes.

Steckt Timoschenko hinter allem?

Firtasch galt in der Vergangenheit auch als zentraler Sponsor und graue Eminenz hinter dem nunmehrigen Premierminister Arseni Jazenjuk und dessen damaliger Partei "Front smin" ("Front des Wechsels"). Bis 2013 hatte Jazenjuk diese Partei geführt - nach der Verhaftung von Julia Timoschenko fusionierte seine Partei mit Timoschenkos Vaterlandspartei "Batkiwschtschyna".

Da die ehemalige Regierungschefin als erklärte Gegnerin von Firtash gilt, spekulierten russische Medien am Donnerstag, dass just sie hinter seiner Verhaftung stünde.

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