Olympia-Star Seisenbacher versteckt sich in Aserbaidschan

Bild: Denise Auer
Der zweifache Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher (56) soll als Trainer zwei kleine Mädchen missbraucht haben. Am Montag erschien er nicht zum Prozess in Wien. Es wirkte wie ein Schuldgeständnis.
Die Anklage ist eine Katastrophe für einen Olympiasieger, zu dem junge Menschen aufblicken. Judo-Legende Peter Seisenbacher soll einst als Trainer (zwischen 1997 und 2004) zwei minderjährige Schülerinnen (9 und 13) sexuell schwer missbraucht haben. Am Montag sollte sich der 56-Jährige in Wien der Anklage stellen.

Aber nachdem Richter Christoph Bauer 28 Minuten zugewartet hatte, stellte er trocken fest: "Es scheint, es fehlt wer." Seisenbacher war unentschuldigt nicht erschienen. Und "ist leider auch telefonisch nicht erreichbar", murmelte sein Anwalt Bernhard Lehofer. Also wurde der Prozess zur "Stelligmachung" des Angeklagten vertagt. Seisenbacher ist heute Trainer des Judo-Nationalteams von Aserbaidschan.

Mit dem Land gibt es ein Auslieferungsabkommen. Überdies droht ihm jetzt ein internationaler Haftbefehl. Dass der Judoka vor Gericht nicht antrat, roch nach Angst oder Scham und wirkte wie ein Eingeständnis. Vor der Anklage wurde drei Jahre ermittelt. Bei seiner ersten Einvernahme soll der Sport-Star gesagt haben: "Die Sachen sind doch verjährt." Er sagte nicht: "Alles frei erfunden."

Am Montag meinte einer der befassten Kriminalbeamten zur Absenz des Angeklagten: "Mit dem Wurf hat er sich selbst auf den Rücken gebracht." Trotzdem gilt weiter die Unschuldsvermutung. Seisenbacher hat bisher nur seine Ehre verloren. Dafür bleibt ihm das Goldene Ehrenzeichen der Republik. Das Gesetz sieht eine Aberkennung nicht vor.
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