Die gesundheitlichen Probleme von Bayern-Star Jamal Musiala beschäftigen auch den ehemaligen Skisprung-Olympiasieger Severin Freund. Der 38-Jährige lebt selbst seit seinem 16. Lebensjahr mit Epilepsie und spricht dem DFB-Star nun Mut zu.
Musiala war zuletzt innerhalb kurzer Zeit zweimal zusammengebrochen und hatte sich anschließend selbst öffentlich zu seiner Situation geäußert. Freund kann nachvollziehen, wie schwierig es ist, wenn eine Erkrankung plötzlich zum öffentlichen Thema wird.
"Ich glaube, dass das eine wirklich bescheidene Situation ist, wenn man da reingeworfen wird. Wenn das in einem Moment, wo man das selber gar nicht haben möchte, in die Öffentlichkeit gerückt wird", erklärt Freund gegenüber "ZDFheute".
Der ehemalige Skispringer hatte seinen ersten großen epileptischen Anfall im Alter von 16 Jahren. Dieser ereignete sich nachts und wurde von seinen Eltern bemerkt. Da Freund bereits damals Leistungssport betrieb, ließ er sich anschließend in einer Spezialklinik untersuchen.
Trotz seiner Erkrankung schaffte Freund den Sprung an die Weltspitze. Der Deutsche wurde unter anderem Weltmeister und gewann bei Olympischen Spielen Gold mit dem Team. Seine eigene Karriere zeige ihm, dass auch mit Epilepsie im Spitzensport vieles möglich sei.
"Ich glaube, da ist grundsätzlich sehr, sehr viel möglich, auch im Fußball. Natürlich muss man versuchen, dass man es gerade in der Wettkampfsituation wegbekommt. Aber es gibt ja mehrere Sachen, die man ausprobieren kann", macht Freund Musiala Mut.
Gleichzeitig müsse man lernen, mit einer gewissen Unberechenbarkeit der Erkrankung umzugehen. "Es passiert auch dann, wenn es mal nicht passt. Das ist wie eine Verletzung. Ich kann mir zwar vorstellen, dass die Situation, dass es im Spiel passiert, jetzt sehr belastend ist. Trotzdem kommt der Moment, wo du weißt, es gehört einfach zu mir", so Freund.