Wirt: "Habe Kinderverbot in Restaurant nie bereut"

Weil sie mit dem Buggy ihres Babys bis zum Esstisch fahren wollte, wurde eine Familie in einem Wiener Lokal abgelehnt. Ein deutscher Wirt ging noch einen Schritt weiter.

Eine Wiener Jungfamilie wurde bei der Reservierung im Restaurant Plachutta in der Wollzeile (City) abgewiesen, weil die Eltern darauf bestanden hatten, mit dem Kinderwagen bis zum Tisch fahren zu können - "Heute.at" berichtete über den Fall.

Was folgte war eine hitzige Debatte um das Kinderwagen-Verbot in Restaurants. Die Mehrheit der "Heute"-Leser hatte für die Entscheidung des Wirtes dabei durchaus Verständnis.

Wirt führte Kinderverbot in Lokal ein

Noch einen Schritt weiter ging Rudolf Markl. Der deutsche Wirt ist Besitzer von "Oma?s Küche und Quartier in Binz" (Gemeinde in Rügen) und sorgte vergangenes Jahr für Schlagzeilen. Sein Lokal ist nämlich das "erste kinderfreie Restaurant in Binz und auf ganz Rügen, zumindest ab 17.00 Uhr".

Ab diesem Zeitpunkt sind dann nur mehr Gäste ab 14 Jahren erlaubt. Das Kinderverbot, das Markl im vergangenen August eingeführt hatte, sorgte international für Aufsehen – und für teils erboste Reaktionen.

Markl steht jedoch zu seiner Entscheidung. "Die Kinder konnten früher im Lokal tun und lassen, was sie wollten, weil ihnen die Eltern alles erlaubt haben. Sie sind herumgelaufen, haben geschrien und die Gäste gestört", erzählt Markl gegenüber "Heute.at".

Der Wirt machte deshalb kurzen Prozess: "Es wurde immer schlimmer, bis ich dann gesagt habe: 'Aus! Keine Kinder mehr am Abend'".

"Haben Morddrohungen erhalten"

Seit 13. August dürfen Eltern mit ihren Kindern bis 17.00 Uhr in sein Lokal, danach nicht mehr. Dafür musste Markl viel Kritik einstecken. Vor allem in den sozialen Medien. "Auf Facebook brach die Hölle los. Wir wurden als Kinderhasser bezeichnet und erhielten sogar mehrere Morddrohungen", erinnert sich der Wirt.

Dennoch hat er die Entscheidung nicht bereut. "Von den Gästen hatten wir auch sehr viele positive Rückmeldungen. Sie kommen gerne zu Oma?s Küche und Quartier und genießen es, nicht von herumlaufenden Kindern beim Essen gestört zu werden", so Markl zu "Heute.at".

Eltern haben Verständnis

Mittlerweile ist die Kritik an Markls Entscheidung für ein Kinderverbot auch weitgehend verstummt. Selbst viele Eltern können den Entschluss laut dem Restaurantbesitzer nachvollziehen und haben Verständnis. "Sie kommen mit ihren Kindern halt jetzt am Nachmittag zum Essen vorbei", erklärt Markl.

"Ich habe das Kinderverbot nie bereut und würde es auf alle Fälle wieder machen", stellt der Wirt klar. Das Problem mit den Kinderwagen in den Restaurants kenne nämlich auch Markl nur allzu gut. "Sie versperren ja den ganzen Weg und die Kellner kommen nicht mehr durch." Auch die Gäste könnten sich nicht mehr ungehindert bewegen, wenn überall Buggys stünden.

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