Welt

Oma Valerie fuhr fast 500 Kilometer in die Irre

Einmal falsch abgebogen: Für eine 83-Jährige wurde aus einem Zehn-Minuten-Trip eine mehrstündige Odyssee quer durch ganz Großbritannien.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:23

Ein schottisches Pärchen aus Larkhall (Lanarkshire) entdeckte spätnächtens plötzlich einen unbekannten Wagen, der direkt vor ihrem Haus auf der Straße gehalten hatte. In dem Pkw fanden sie eine verwirrte 83-Jährige, die eine wahnwitzige Odyssee hinter sich hatte.

Nach einem Arzttermin wollte Valerie Johnson eigentlich nur in ihr knapp 10 Kilometer entfernte Wohnung zurückfahren. Doch wegen Bauarbeiten musste sie eine Umleitung nehmen. Anstatt nach dem Heimweg zu fragen, steuerte sie 83-Jährige ihren roten Toyota Aygo stur über die Autobahn nach Norden – bis ihr das Benzin ausging.

Ihr Abenteuer endete gegen 0.40 Uhr vor der Haustür des hilfsbereiten Pärchens, im mehr als 475 Kilometer entfernten Larkhall, wo sie schließlich auch ein Nachtquartier fand.

In Sorge um ihre unter Diabetes leidende Mutter, die nach dem kurzen Trip ins Spital plötzlich verschwunden war, gab ihre Tochter Karen Maskell eine Vermisstenanzeige auf. Überall in Worcester suchten Beamten fieberhaft nach der 83-Jährigen.

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Verkehrskamera filmte Irrfahrt

"Die Polizei hatte den Wagen meiner Mutter gegen 23 Uhr auf den Aufnahmen einer Verkehrskamera bei Preston (nördlich von Manchester, Anm.) entdeckt", so die geschockte Tochter. "Ich habe noch gesagt, das kann nicht meine Mutter sein, denn sie hasst das Autofahren. Sie fährt normalerweise nicht weiter als fünf Kilometer."

Trotzdem wurde die schottische Polizei eingeschalten. Wenig später meldete sich auch die Retter der alte Dame bei den Beamten.

Die unfreiwillige Fernfahrerin war vollkommen verwirrt von ihrem hunderte Kilometer weiten Umweg: "Die Polizei fuhr aus, und tatsächlich war es meine Mutter. Sie hatte jedes Zeitgefühl verloren. Ich glaube nicht, dass sie realisiert hat, dass sie in Schottland war, bis sie es ihr erzählt haben", schilderte Valeries Tochter die Ereignisse

Die 83-Jährige konnte schließlich ihre Familie am Airport in Glasgow wieder in die Arme schließen und wurde mit dem ersten Rückflug wieder nach Hause begleitet. (rcp)