Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und einiger anderer Delikte im Zeitraum von 2012 bis 2020 musste ein Pensionist am Donnerstag am Landesgericht in Sankt Pölten auf die Anklagebank (es gilt die Unschuldsvermutung).
Als guter Freund einer Familie soll er oft auf eine damals Vierjährige in Niederösterreich regelmäßig aufgepasst haben. Das Mäderl schlief sogar neben dem 62-Jährigen und dessen Gattin im Ehebett und dabei soll er eine „Idee für ein Spiel gehabt haben“.
Über mehrere Jahre soll er die Kleine immer wieder missbraucht und eingeschüchtert haben: "Sagst Du was zu Deinen Eltern, werden sie nur mehr H*** zu Dir sagen", drohte er.
Seine Nichte (damals 11) soll er erstmals im Kroatienurlaub missbraucht haben. Als er dann eine Woche „Kinderdienst“ hatte, soll er sich täglich am eigenen Patenkind vergriffen haben. Bei einer Hausdurchsuchung fand man schließlich rund 1.000 Kinderpornos.
Die Opferanwältin sprach beim Prozess von schweren, posttraumatischen Störungen bei beiden Opfern. Der Angeklagte zeigte sich vor dem Schöffensenat teilweise geständig. Für die Einholung eines Gutachtens musste die Verhandlung jedoch vertagt werden.