Online-Supermarkt Gurkerl.at erobert Wien

Der Onlinemarkt Gurkerl.at startet in Wien am 3. Dezember
Der Onlinemarkt Gurkerl.at startet in Wien am 3. Dezembergurkerl.at
Konkurrenz für Billa und Interspar: Das tschechische Start-up will mit regionalen Produkten und schneller Lieferung die Marktführerschaft übernehmen.

"Die besten Produkte an einem Ort" prangt in großen Lettern auf der Website von Gurkerl.at. Hinter dem amüsant anmutenden Namen verbirgt sich ein neuer Online-Supermarkt, der ab 3. Dezember 2020 den österreichischen Markt ordentlich aufmischen will. Und die Pläne des Start-ups sind durchaus ambitioniert: Mit 7.500 Produkten im Sortiment wird man starten. Geboten werden neben Dingen für den täglichen Gebrauch (darunter auch Windeln oder Haarfärbeprodukte), frisches Gebäck, Fleisch aus Österreich und Gemüse vom Feld direkt auf den Tisch.

Ein Vorhaben, das einer guten Logistik und vor allem viel Platz bedarf. Zu diesem Zweck wurde für das österreichische Pendant des tschechischen Onlinehänderls Rohlik eine 6.000 Quadratmeter große Lagerhalle im Tech Park Vienna in Liesing fast 6.000 Quadratmeter angemietet.

Bestellen, in drei Stunden geliefert

Von dort aus wird mit eigener Flotte innerhalb von drei Stunden und in einem Zeitfenster von einer Stunde ganz Wien, Schwechat, Mödling und Baden beliefert. Das Ziel von Firmengründer Tomáš Čupr und Gurkerl.at-Geschäftsführer Maurice Beurskens: In einem Jahr Markführer in der Hauszustellung von Lebensmitteln sein.

Wir haben bei Maurice Beurskens genauer nachgehakt und wollten wissen, ob sich der Online-Supermarkt für den Wiener überhaupt rentiert.

Heute.at: In Österreich gibt es bereits einige Supermärkt, die Onlinehandel und Zustellung anbieten. Braucht das wirklich noch einen Online-Supermarkt?

Maurice Beurskens: Gurkerl.at wählt einen neuen Zugang: wir sind ein IT-Unternehmen. Unser Ziel ist es, qualitativ hochwertige Produkte frisch und schnell zu liefern - und die Einkaufserfahrung von der Bestellung im Webshop bis hin zum Erlebnis der Zustellung angenehm und einfach zu gestalten. Wir sind überzeugt, dass es einen Markt gibt, den wir mit einem konsistenten Angebot an guter Qualität ansprechen werden. Wir haben bereits in der Testphase der letzten 12 Tage gesehen, dass Kunden und Kundinnen darauf positiv reagieren. Das freut uns sehr.

Was unterscheidet Gurkerl.at von anderen Lieferangeboten in Wien?

Gurkerl liefert innerhalb von drei Stunden ab Bestellung. Bei uns gibt es eine Auswahl von über 7.500 Artikeln. In dieser Größe und Qualität ist das in dieser Schnelligkeit neu am Wiener beziehungsweise niederösterreichischen Markt.

Was bekomme ich bei Gurkerl.at alles?

Wir bieten Produkte aus drei Bereichen an: Produkte von regionalen Bauernhöfen, Artikel aus Fachgeschäften  und Supermarktartikel. Wir bieten somit alles aus den Bereichen Brot & Gebäck, Obst & Gemüse, Fleisch & Fisch, Wurst & Schinken, Kühlregal, Tiefkühlprodukte, Trockensortiment, Getränke - darunter über 500 Biere und über 60 verschiedene Kaffees -, Gesundheit & Pflege, Haushalt & Büro, Baby und Tierbedarf. Wir haben exklusiv "Marks & Spencer"-Lebensmittel. Bei uns ist auch das größte Alnatura-Sortiment erhältlich, dass es in Österreich online gibt.

Das Gemüse kommt direkt vom Feld österreichischer Bauern, das Brot von Öfferl und das Schweinefleisch vom Labonca Biohof.
Das Gemüse kommt direkt vom Feld österreichischer Bauern, das Brot von Öfferl und das Schweinefleisch vom Labonca Biohof.gurkerl.at

Bekomme ich auch exotische Produkte bei Gurkerl.at?

Ja, im Bereich Obst & Gemüse gibt es sowohl Produkte vom Bauernhof aus dem Burgenland oder Wintergemüse aus Niederösterreich als auch ein exotisches Spezialitätensortiment, über das sich Feinschmecker freuen werden, darunter Früchte wie Lulo, Curuba, Mangostan oder Guanabana.

Gurkerl.at setzt auf Regionales, bei diversen Hygiene- oder Haushaltsartikeln dürfte dies aber schwer werden, oder?

Unser Fokus liegt rein nachfragebedingt auf Frischeprodukten. Aber auch in der Kategorie Haushaltsartikel haben wir regionale Lieferanten, zum Beispiel Rezi Schwämme aus dem vorarlbergischen Lustenau. Dort gibt es alles von Reinigungstüchern über Schwämme. Das Kupfertuch von Rezi namens Copper+ ist ein Highlight. Damit kann man komplett ohne zusätzliche Reinigungsmittel Oberflächen reinigen. Vorarlberg ist auch im Hygienebereich stark: Monika Hofer aus Lustenau produziert unter dem Label blubonbon Naturkosmetik – rein pflanzliche Produkte zur Gesichts- und Körperpflege oder „grüner Glamour“ für die Haut.

Gibt es auf der Plattform einen Preisunterschied zu den Produkten aus dem herkömmlichen Supermarkt?

Supermarktartikel verkaufen wir mit Supermarktpreisen. Regionale Produkte sind auf Ab-Hof-Preisniveau.

Maurice Beurskens, Geschäftsführer von Gurkerl.at
Maurice Beurskens, Geschäftsführer von Gurkerl.atgurkerl.at

Wie sieht es mit den Lieferkosten aus?

Bis 31.12.2020 kann man ab einem Mindestbestellwert von 39 Euro bei Gurkerl.at bestellen. Die Liefergebühr ist bis Jahresende gratis.

Bei einer Bestellung wird innerhalb von drei Stunden in einem Zeitfenster von einer Stunde geliefert. Wie ist das umsetzbar?

Durch eine Verkürzung der Lieferkette und ein innovatives Bestellsystem: Wir liefern fast direkt von unseren Produzenten über unser Lager im 23. Bezirk zu unseren KundInnen - da gibt es kein langes Warten auf frische Ware.

Ihr legt auch Wert auf Frische, wie kann man sich das bei Fleisch und Gebäck vorstellen? Werden die Produkte in der Früh geliefert?

Wir machen Essen zur bewussten Lebensfreude. Bewusst essen heißt bewusst leben. Das ist uns wichtig, und deshalb ist Frische so wichtig. Wir haben eine eigene Öfferl-Bäckerei in unser Lager im 23. Bezirk gebaut. Dies ermöglicht es uns, fast noch warmes Brot & Gebäck auszuliefern.

Was, wenn etwas aus ist?

Als junges StartUp sind wir mit unserer innovativen Logistik flexibel genug, rechtzeitig – oder auch kurzfristig – Nachschub direkt vom Lieferanten zu holen.

Was passiert mit den frischen Produkten am Ende des Tages?

Unsere Bestell- und Lieferkette ist so ausgelegt, dass wir mit weniger als ein Prozent Lebensmittelüberschüsse produzieren. Wenn das doch passieren sollte, dann kooperieren wir mit der Wiener Tafel und Foodsharing. Im Webshop haben wir eine eigene Kategorie, die "Rette Lebensmittel" heißt. Dort verkaufen wir Produkte mit nahem Verfallsdatum vergünstigt. Verringert Müll und spart im Geldbörsel.

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