Onlyfans erlaubt nun doch weiterhin Sex-Inhalte

Der Video-Sharing-Dienst Onlyfans ist für die sexuell expliziten Inhalte auf seiner Plattform bekannt. Ein angekündigtes Verbot kommt nun aber nicht.

Die Plattform Onlyfans ist vor allem aufgrund der expliziten Fotos und Videos bekannt, die darüber geteilt werden können. Allerdings hatte das Unternehmen kürzlich mitgeteilt, dass es ab Oktober nicht mehr erlaubt sein wird, Sexvideos oder sexuell explizite Inhalte über Onlyfans zu teilen. Als Grund nannte das Unternehmen den steigenden Druck von Banking- und Bezahlungsunternehmen, die sich nicht mit den genannten Inhalten anfreunden können.

Laut BBC steckte hinter dem Entscheid aber noch ein anderer Grund. So hat das Medium Zugriff auf interne Dokumente von Onlyfans erhalten, aus welchen hervorgegangen sei, dass das Unternehmen nicht rigoros gegen illegale Inhalte auf seiner Plattform vorgehe. So reiche ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen der Plattform – oder gar gegen das Gesetz – nicht aus, um einen Account zu löschen. Laut den internen Dokumenten bekommen Creators mehrere Warnungen, bevor es tatsächlich zur Sperrung eines Profils kommt.

Illegale Inhalte

So komme es laut dem Bericht der BBC immer wieder dazu, dass minderjährige Personen in sexuell expliziten Inhalten auf Onlyfans auftauchen. Außerdem erzählt ein Moderator von Onlyfans, der anonym bleiben möchte, davon, dass er alles Mögliche zu Gesicht bekommen habe – von Vergehen an Tieren bis hin zu Videos, in welchen eine Person Obdachlose dafür bezahlt habe, Sexvideos zu filmen. Außerdem berichtet der Moderator, dass er angewiesen worden sei, mit bekannten Accounts nachsichtiger umzugehen, als mit weniger bekannten.

Onlyfans gibt jedoch an, dass es sich bei dieser Art von Videos nur um eine sehr kleine Prozentzahl aller Inhalte auf der Plattform handle. Außerdem seien die Dokumente, die BBC in die Hände gefallen sind, keine Richtlinien oder Manuale, an die man sich als Moderator halten müssen. Im Gegenteil – auf der Plattform würden alle Richtlinien strikt umgesetzt und eingehalten. Außerdem verwende man moderne Moderationstools, die sowohl von echten Menschen als auch in technologischer Form unterstützt werden.

Schlecht für die Sexarbeit

Dennoch hatte sich die Plattform dazu entschlossen, Sexvideos künftig nicht mehr zu erlauben. Userinnen und Usern hätte es aber nach wie vor erlaubt sein sollen, Nacktfotos zu posten, solange diese mit den Nutzungsbedingungen übereinstimmen. Der Entscheid hat dem Unternehmen allerdings einiges an Kritik eingebracht. Denn die Plattform galt lange als ein sicherer Hafen für Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen. Nun kommt überraschend ein Einlenken.

Onlyfans gab bekannt, dass es doch nicht zu dem "Porno-Bann" kommen werde. Laut Unternehmen geschehe dies aus zwei Gründen: Einerseits stehe man "für Inklusion" und wolle allen Kreativen ein "Zuhause" bieten, andererseits, und wohl wichtiger, habe man sich mit den Partnern geeinigt. Vor allem viele Banken hatten sich gegen die pornografischen Inhalte aufgelehnt – die Details der Einigung sind nun nicht bekannt. Onlyfans zählt laut theverge.com mehr als zwei Millionen Creators und 130 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Laut dem Unternehmen haben die Creators insgesamt fünf Milliarden Dollar auf der Plattform verdient.

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