Es sind noch genau 100 Tage bis zu den Wahlen in Oberösterreich. Eine Umfrage (im Auftrag der ÖVP) sagt ein Polit- Beben am 27. September voraus: Die ÖVP verliert fast acht Prozentpunkte, die FPÖ zieht an der SPÖ vorbei.
Es sind noch genau 100 Tage bis zu den . Eine Umfrage (im Auftrag der ÖVP) sagt ein Polit- Beben am 27. September voraus: Die ÖVP verliert fast acht Prozentpunkte, die FPÖ zieht an der SPÖ vorbei.
In "Heute" schildern die Parteien nun mit genau 50 Wörtern, wie sie in den verbleibenden 100 Tagen bis zur Wahl bei den Wählern noch punkten wollen. Gleichzeitig haben wir Politik-Berater Thomas Hofer gebeten, in ebenfalls genau 50 Wörtern die Ausgangslage von ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grünen und den Neos einzuschätzen. Klar ist: Der Kampf um Wählerstimmen wird zum wahren Krimi!
Das sagt die OÖVP
Wir müssen Rot-Blau verhindern, damit unser Bundesland auch in schwierigen Zeiten seinen Erfolgsweg unter weitergehen kann. Trotz österreichweit niedrigster Arbeitslosigkeit steht der Kampf um jeden Arbeitsplatz im Vordergrund. Durch harte Arbeit wollen wir überzeugen, aber auch klarstellen, dass es eine Oberösterreich-Wahl ist und keine Denkzettelwahl für die Bundespolitik.
Analyse von Thomas Hofer
Bisher drohte Josef Pühringers Feind im Wahlkampf die Fadesse zu werden. Mit Hilfe des rot-blauen Schreckgespenstes kann er jetzt wohl besser mobilisieren. Dennoch: Die 47 Prozent von 2009 werden nicht zu halten sein. Auch wenn sich die VP-Lage durch den Obmannwechsel in Wien verbessert hat, die Bundesthemen drücken die Stimmung.
Das sagt die SPÖ OÖ
Wir werden viele persönliche Gespräche führen, um klarzumachen, dass Oberösterreich gerechter werden muss. Wir werden viel unterwegs sein – die Wünsche und Sorgen der Menschen müssen gehört werden. Damit es allen gut geht – Jung und Alt – braucht es Politik mit Herz. Eine Politik, bei der der Mensch im Vordergrund steht.
Analyse von Thomas Hofer
Die SPÖ ist nicht erst seit den steirischen und burgenländischen Niederlagen angeschlagen. Seither ist aber auch noch Chaos in der Frage um Rot-Blau ausgebrochen. hat hier Leadership und eine klare Linie vermissen lassen. So wird ein – dramatischer – Rückfall auf den dritten Platz nur sehr schwer zu vermeiden sein.
Das sagt die FPÖ
Wir nennen die Dinge beim Namen. Die Bürger haben die Schönrederei satt. Die Fehlentwicklungen, vor allem bei der Integration, Zuwanderung und im Asylwesen, zeigt nur die FPÖ auf. Nette Worte lösen keine Probleme. Wir haben konkrete Lösungsvorschläge parat. In 100 Tagen ist eine Stimme für die FPÖ die beste Wahl.
Analyse von Thomas Hofer
Für fallen Ostern und Weihnachten wohl auf den 27. September. Wenn nicht ein gröberer Schnitzer passiert, braucht er angesichts des bundesweiten Rückenwinds und der blauen Themen, die Hochkonjunktur haben, nicht viel machen. Es winkt Platz 2, und auch bundespolitisch könnte er in der FPÖ eine wichtigere Rolle bekommen.
Das sagen die Grünen
Wir gehen noch vor dem Sommer mit Ideen wie dem 365-Euro- Öffi-Jahresticket on Tour. Die Grünen werden einen Zukunftsplan auf den Tisch legen: Damit Oberösterreich oben bleibt. Es gibt klare Ansagen: Die FPÖ muss draußen warten. Mit 100.000 Stimmen für die Grünen gibt es den Auftrag, dass OÖ schwarzgrün bleibt.
Analyse von Thomas Hofer
kann mit seiner soliden Performance wohl zulegen. In den Himmel wachsen die Bäume für die Grünen aber nicht (anders als in Salzburg). Der Partei ist zuletzt bundesweit die Themenführerschaft abhanden gekommen und es wird schwierig, vom medial interessanten Kampf um den zweiten Platz zwischen Rot und Blau abzulenken.
Das sagen die Neos
Wir Neos werden kein Steuergeld auf Plakatwände kleben, sondern persönlich mit den Bürgerinnen und Bürgern reden. Auf der Straße, in der Bim, überall. Über Themen, für die den anderen der Mut fehlt. Etwa darüber, warum bei vielen Menschen das Geld immer knapper wird, während die Parteiapparate fetter und fetter werden.
Analyse von Thomas Hofer
Für die Neos führt in Oberösterreich einen Kampf ums Überleben. Der wird angesichts des Wahlrechts noch schwieriger als in der Steiermark, wo man in Graz die Chance hätte nützen müssen. Nun kommt für die potenzielle Wählerschaft das gefährliche Argument der "verlorenen Stimme" dazu. Die Partei braucht einen Befreiungsschlag.