Österreich

Opa muss 18 Jahre, Enkel 12 Jahre ins Gefängnis

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:47

Im Prozess nach dem Mord an einer 68-jährigen Oberösterreicherin wurde am Freitagabend im Landesgericht Ried das Urteil gefällt. Der Großvater, der seinen Enkel zum Mord an seiner Großmutter angestiftet hatte, muss 18 Jahre hinter Gitter. Für den Mörder gab es zwölf Jahre.

Im wurde am Freitagabend im Landesgericht Ried das Urteil gefällt. Der Großvater, der seinen Enkel zum Mord an seiner Großmutter angestiftet hatte, muss 18 Jahre hinter Gitter. Für den Mörder gab es zwölf Jahre.

Beim Enkel wurden mildernd das Geständnis und die Unbescholtenheit gewertet, das Alter unter 21 Jahren und die Persönlichkeitsstruktur. Erschwerend wirkte sich die heimtückische und brutale Vorgehensweise aus. Beim Großvater wurde die Unbescholtenheit als mildernd anerkannt, erschwerend die Instrumentalisierung eines nahen ihm anvertrauten Angehörigen und die Heimtücke.

Der Staatsanwalt und der Verteidiger des Enkels gaben keine Erklärung ab, die Anwälte des Großvaters meldeten volle Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde an. Die Urteile sind somit nicht rechtskräftig. Die Angeklagten vernahmen das Urteil gefasst.

Enkel gestand Mord

Der 19-Jährige hat die Tat gestanden. Sein Verteidiger bat um eine milde Strafe, die es dem Burschen ermöglichen würde, noch einen Teil seiner Jugend in Freiheit zu verbringen und eine Ausbildung zu machen. Für den Anwalt steht aber auch fest, dass der Opa großen Einfluss auf den jungen Mann gehabt habe und der Anstifter gewesen sei: "Er hat ihn geformt."

"Mache dir das Leben zur Hölle"

Der Großvater habe den 19-Jährigen auf ein Podest gestellt, sagte auch der Staatsanwalt. Als er ihm dann plötzlich angedroht haben soll: "Ich mach dir das Leben zur Hölle", wenn er den Auftrag nicht ausführe, habe der Teenager sich in seiner Existenz gefährdet gefühlt. "Er hätte massivere Bedrohungen (durch den Großvater, Anm.) erfinden können, er hat es nicht getan."

Der Ankläger wies darauf hin, dass sich der 72-Jährige, der die Leiche seiner Frau fand, als er von einer Feier nach Hause kam, bei seinen Aussagen zu dieser Situation immer wieder in Widersprüche verwickelte. "Er hat genau gewusst, was ihn zu Hause erwartet", so der Staatsanwalt. Daher habe er eine Geschichte erfinden müssen, die nicht erlebnisfundiert sei. "Die Geschichte passt nicht und das ist das stärkste Indiz dafür, dass er lügt." Beim Lokalaugenschein habe der 19-Jährige sogar gefragt: "Opa, warum lässt du mich jetzt alleine?" Der jüngere Angeklagte brach während dieser Ausführungen in Tränen aus.

"Zu wenig für eine Verurteilung"

Für die Verteidiger des Großvaters liegt hingegen "zu wenig für eine Verurteilung" vor. Sie kritisierten, die Anklage würde sich nur auf die Aussagen des Enkels stützen. "Ich habe die Wahrheit gesagt", betonte dieser in seinen Schlussworten. "Ich kann es nicht mehr rückgängig machen, auch wenn ich das gerne täte." Der Großvater beschränkte sich darauf, sich den Ausführungen seiner Verteidiger anzuschließen.

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