Der 72-jährige Oberösterreicher, der seinen Enkel zum Mord an der Großmutter angestiftet haben soll, hat sich bei einem gerichtlichen Lokalaugenschein Montagabend am Tatort in Taufkirchen an der Pram (Bezirk Schärding) erneut in Widersprüche verstrickt. "Die Darstellungen wechseln", so der Verteidiger des jüngeren Angeklagten im Anschluss zu Journalisten. Die Anwälte des Großvaters teilten mit, dass auf ihren Antrag hin fünf Zeugen aussagen werden, die ihren Mandanten entlasten sollen.
Der 72-jährige Oberösterreicher, der seinen Enkel zum Mord an der Großmutter angestiftet haben soll, hat sich bei einem gerichtlichen Lokalaugenschein Montagabend am Tatort in Taufkirchen an der Pram (Bezirk Schärding) erneut in Widersprüche verstrickt. "Die Darstellungen wechseln", so der Verteidiger des jüngeren Angeklagten im Anschluss zu Journalisten. Die Anwälte des Großvaters teilten mit, dass auf ihren Antrag hin fünf Zeugen aussagen werden, die ihren Mandanten entlasten sollen.
Um mit dem Tatabend vergleichbare Lichtverhältnisse zu haben, wurde kurz nach 20.00 Uhr mit dem Lokalaugenschein begonnen. Zuerst betraten die Geschworenen das unscheinbare Einfamilienhaus am Rande des Ortszentrums der 3.000-Einwohner-Gemeinde. Dann wurden der Großvater und der Enkel ins Gebäude geführt, in dessen Esszimmer noch heute ein Foto des Mordopfers und zwei Kerzen an das Gewaltverbrechen. "Armer Teufel", sagte eine der wenigen Schaulustigen, als der 19-jährige Angeklagte an ihr vorbeiging.
Der 72-Jährige beschrieb in der Folge sein Heimkommen nach der Bluttat und wich in seinen Schilderungen abermals von jenen in früheren Einvernahmen ab. Warum er zuerst Polizei und Rettung alarmiert und erst dann seine bewusstlose Frau näher betrachtet habe, fragte die Richterin. "Ich weiß nicht wieso", antwortete der Mann, der erst später bemerkt haben will, dass die 68-Jährige mit offenem Schädel am Boden lag. "Dann war's für mich aus." Auch von den Geschworenen wurden die Ausführungen des Beschuldigten bei dem rund einstündigen Lokalaugenschein mehrmals kritisch hinterfragt.
Keine der Darstellungen des Großvaters, der die Anstiftung abstreitet, ließe sich mit dem in Einklang bringen, was sich vermutlich abgespielt habe, erklärte der Anwalt des 19-Jährigen. Die Verteidiger des 72-Jährigen gaben unterdessen bekannt, dass sie Zeugen aus seinem familiären Umfeld "zum Beweis der Richtigkeit seiner Angaben" beantragt haben.
In der Verhandlung am Montag zuvor im Landesgericht Ried im Innkreis hatte sich der Vater des 19-Jährigen "zutiefst überzeugt" gezeigt, dass sein geständiger Sohn die Wahrheit gesagt habe. Die Ehe seiner Schwiegereltern sei nicht nur 2012, sondern "immer gleich schlecht" gewesen. Die Frau sei voller Misstrauen gegenüber ihrem Mann gewesen und immer bösartiger zu ihm geworden. Sie habe ihm das Leben zur Hölle gemacht und er sich nicht gewehrt. In den drei Wochen nach dem Mord sei der Großvater zu ihnen gezogen, schilderte der Zeuge. Dort sei er aufgelebt, habe Zukunftspläne geschmiedet und hätte am liebsten gleich den Vorsitz über die gesamte Familie übernommen. Nach seinen Ausführungen vor Gericht ging der Vater zu seinem Sohn auf der Anklagebank und gab ihm einen Kuss.
APA/red.