Opfer am offenen Herzen wiederbelebt

Der Angeklagte (22) zeigte vor Gericht Anflüge von Reue.
Der Angeklagte (22) zeigte vor Gericht Anflüge von Reue.Bild: Helmut Graf

Was als harmlose Prügelei begann, endete fast tödlich: Mit einem Taschenmesser stach ein 22-Jähriger in Wien brutal auf seinen Kontrahenten ein. Nun wurde ihm dafür der Prozess gemacht.

"Ich bin mit einem Bekannten auf der Stiege gesessen, als er plötzlich grundlos mit der Faust auf mich eingeschlagen hat. Ich habe versucht, mich zu wehren", so der Angeklagte Marcin Z. vor Gericht in Wien.

Was dann passierte, lässt sich wohl schwer mit Notwehr erklären: Der Pole zückte ein 6,5 Zentimeter langes Messer und rammte es dem Provokateur mit voller Wucht in den Hals und den Oberkörper. Nach der brutalen Attacke flüchtete der 22-Jährige.

Das Opfer brach blutüberströmt auf einer Sitzbank zusammen, Passanten wählten umgehend den Notruf. Schwer verletzt wurde der Mann ins AKH Wien eingeliefert. Dort begann ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Ärzte kämpften mit aller Kraft um sein Leben.

Während der Operation erlitt der Verletzte vier Mal einen Herzstillstand. Er musste am offenen Herzen reanimiert werden und lag zwei Monate lang im Spital. "Ja, ich habe einen Fehler gemacht. Ich hätte einfach weggehen sollen", bedauerte Marcin

Z. gestern mit leiser Stimme. Und: "Ich hatte zwei Liter Wodka und drei, vier große Bier. Es war keine Absicht."

Nüchtern betrachtet droht dem Angeklagten wegen versuchten Mordes lebenslange Haft. Der Prozess wurde vertagt, es gilt die Unschuldsvermutung.

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