Die Staatsanwaltschaft Wien hat die Anklage fertig, einen Prozesstermin gibt es aber noch nicht. Ein gebürtiger Iraner (39) muss sich bald vor Gericht wegen Mordes verantworten. Hintergrund soll ein Streit um Geld gewesen sein. Der Angeklagte soll seinem 45-jährigen Landsmann 21.000 Euro geschuldet haben, wollte mit ihm ein Umzugsunternehmen gründen. Doch daraus wurde nichts, der 45-Jährige wollte sein Geld zurück haben, drohte seinem Bekannten mit Konsequenzen – vermutlich sein Todesurteil.
Der 39-Jährige soll dem Opfer mit einem Zimmerer-Hammer den Schädel eingeschlagen haben. Dann soll er die Leiche zersägt und in Wien-Floridsdorf entsorgt haben. Die Leichenteile des Mannes wurden ins Wasser geworfen. Sie dürften längere Zeit im Marchfeldkanal gelegen sein, hieß es im Jänner von den Ermittlern. Eine Polizeisprecherin sprach sogar von "Wochen oder Monaten". Der Täter wollte Spuren verwischen und die Leiche offensichtlich verschwinden lassen.
45-Jähriger wurde in Wien getötet, die Ermittlungen sind abgeschlossen
Auf die Spur des 39-Jährigen kamen die Ermittler durch Auswertung von Handydaten und Kontenöffnungen. Dabei stellte sich heraus, dass der Verdächtige nach dem Verschwinden des 45-Jährigen mehrmals in dessen Wohnung war. Die Leichenteile soll er in einem Koffer abtransportiert haben. Ein Angler zog dann im Jänner einen abgetrennten Fuß aus dem Marchfeldkanal, Taucher entdeckten die restlichen Leichenteile. Schon am 15. November hatte die Familie den Mann in Wien als vermisst gemeldet.
Laut psychiatrischem Gutachten ist der Verdächtige zurechnungsfähig. Er wurde festgenommen, als er versuchte mit dem Auto das Land zu verlassen. Sein Verteidiger hat nun 14 Tage Zeit die Anklage zu beeinspruchen. Danach wird ein Prozesstermin am Wiener Landesgericht mit Geschworenen fixiert.