Opfer in Bordell mit Absinth betäubt: Zweite Festnahme

Zweite Festnahme rund um den Bordell-Krimi in St. Pölten
Zweite Festnahme rund um den Bordell-Krimi in St. PölteniStock (Symbol)
Gäste im Bordell mit Absinth ruhig gestellt und dann dreist ausgenommen: Nun gibt es eine zweite Festnahme in St. Pölten.

Ein 32-jähriger Bordellbetreiber steht wie berichtet im Verdacht, zwischen November 2018 und Juni 2020 mit Stand Juli mindestens 17 Gäste seines Etablissements in St. Pölten mit Getränken betäubt und um mehrere Tausend Euro betrogen zu haben. Der gebürtige Russe war bereits festgenommen worden. Vier Komplizen wurden angezeigt. Die Gesamtschadenssumme beträgt mehr als 100.000 Euro. Es dürfte aber weit mehr Geschädigte geben.

Auch Komplize (39) festgenommen

Nun kam es in dem Bordell-Krimi zu einer zweiten Festnahme: Der 39-jährige Kumpane des Bordellbetreibers wurde laut "Kurier" noch am Montagvormittag von Beamten des Landeskriminalamtes Niederösterreich einvernommen.

Die Täter sollen laut Polizei immer nach der gleichen Masche vorgegangen sein. Bereits alkoholisierte Gäste wurden auf ein Gratis-Getränk eingeladen. Daraufhin verfielen sie in einen mehrstündigen komatösen Zustand. Nachdem sie wieder bei Bewusstsein waren, wurden Konsumationen und sexuelle Dienstleistungen im Wert zwischen 6.000 und 22.000 Euro in Rechnung gestellt.

Speziell angefertigte Fotos vorgelegt

Außerdem stahlen Angestellte des Lokals den Opfern Bargeld, Bankomat- und Kreditkarten. Um die Zahlungsmoral der Geschädigten zu heben, wurden ihnen speziell angefertigte Fotos vorgelegt, die sie in kompromittierenden Situationen zeigten.

Absinth-Getränke ausgeschenkt

Gegenstand der Ermittlungen ist auch, um welche Substanz es sich in den "Freigetränken" gehandelt hat. Der 32-jährige Hauptverdächtige will laut eigenen Angaben ein Absinth-Getränk ausgeschenkt haben. Die Polizei schließt aber auch die Verwendung von K.o.-Tropfen nicht aus. Einer der Geschädigten habe angegeben, sich erst nach mehr als 24 Stunden von der Wirkung der verabreichten Substanz erholt zu haben, so ein Polizeisprecher.

Anzeigen gegen Zahlungsunwillige

Die Polizei kam dem Betrug auf die Spur, weil der 32-jährige Bordellbesitzer gemeinsam mit dem 39-jährigen Freund bei verschiedenen Dienststellen mehrere Anzeigen gegen zahlungsunwillige Kunden einbrachte. Daraufhin übernahm der Bereich für Menschenhandel und Schlepperei des Landeskriminalamtes Niederösterreich die Ermittlungen.

Der Bordellbetreiber zeigte sich übgrigens gleich nach seiner Festnahme geständig. Gegen ihn wird auch noch wegen unerlaubten Waffenbesitzes ermittelt. Außerdem soll einer eine seiner Angestellten gefährlich bedroht haben. Seine 25-jährige Lebensgefährtin, der 39-jährige Freund sowie zwei weibliche Angestellte des Etablissements wurden angezeigt, neben dem 32-Jährigen sitzt nun auch der 39-Jährige in Haft.

Prostituierte kamen in Schule

Wie kompromisslos die Beschuldigten vorgegangen waren, zeigen zwei Beispiele: Ein Lehrer aus NÖ soll seine Rechnung im Bordell nicht bezahlt haben, die Beschuldigten gingen daraufhin laut "Kurier" mit zwei Prostituierten in die Schule des Betroffenen, patzten ihn beim Direktor an. Ein verunsichertes Opfer nahm sich sogar einen Kredit auf, um die geforderte Rechnung zu begleichen.

Geschädigte werden gebeten, sich mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich unter der Telefonnummer 059133-30-3333 in Verbindung zu setzen. Das Rotlicht-Lokal in der Landeshauptstadt wurde vorerst geschlossen.

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