Bei den Plünderungen von Schließfächern in insgesamt drei Banken in Niederösterreich und Wien waren laut Polizei insgesamt 68 Depots betroffen. Die Schadenssumme liege in zweistelliger Millionenhöhe, wie hoch genau diese ist, ist aber nach wie vor unklar. Inoffiziell ist von bis zu 25 Millionen Euro die Rede. Eingang verschafften sich die Täter in die Geldinstitute, indem sie zuvor das Zutrittssystem manipuliert hatten.
In einer akkordierten Aktion hatten insgesamt sechs Personen am 13. November in der Zeit von 18.00 bis 23.14 Uhr die automatischen Safe-Anlagen in den drei Banken angegriffen. Geleert wurden 31 Schließfächer einer Bank-Austria-Filiale in Klosterneuburg (Bezirk Tulln), 29 der Mödlinger Raiffeisen Regionalbank sowie acht einer Raiffeisen-Filiale in Wien-Döbling.
Die Täter verließen die Objekte mit Taschen bzw. Rucksäcken im Gepäck. Darin befanden sich Juwelen, Gold, Uhren und Bargeld.
Gleich war an allen drei Orten der Tatablauf. Bereits vor dem 13. November waren die Öffnungen für die Eingangskontrollen der Geldinstitute manipuliert worden. Die Verdächtigen gewannen so entsprechende Daten und fertigten Duplikate der Zutrittskarten an. Im Foyer der Banken waren zudem Kameras montiert worden, mit denen die Eingabe der PIN-Codes aufgezeichnet wurde.
Die Überwindung der Zutrittskontrolle sowie der PIN-Hürde wurde so zum leichten Spiel für die Kriminellen. Im Anschluss forderten sie die Schließfächer vom Tresorraum an und öffneten diese zum Teil auch gewaltsam.
Lange war unklar, ob es zu Klagen oder Musterprozessen kommen könnte. Nun steht fest: Die Verhandlungen mit den Banken dürften laut "Kurier" positiv verlaufen und bereits abgeschlossen sein. Über die Inhalte und genaue Höhe der Schadenswiedergutmachung wurde aber Stillschweigen vereinbart.