Schülerin (13) gemobbt – doch alles war anders

Ein 13-jähriges Mädchen in Vorarlberg wurde angeblich gemobbt (Symbol).
Ein 13-jähriges Mädchen in Vorarlberg wurde angeblich gemobbt (Symbol).(Bild: iStock (Symbol))
Ein unglaublicher Fall von angeblichem Cybermobbing wurde jetzt in Vorarlberg aufgedeckt. Ein Mädchen wurde wochenlang über Instagram beleidigt.

Der Vorfall ereignete sich bereits im Herbst 2020. Die 13-Jährige an einer Mittelschule im Ländle wurde mehrere Wochen lang über Instagram beleidigt, beschimpft und sogar mit einer Vergewaltigung und dem Tod bedroht. Die Nachrichten wurden offenbar über erkennbare Fake-Accounts versendet, berichten die "Vorarlberger Nachrichten". Da einige der Hassbotschaften mit einem Namen unterzeichnet waren, fiel der Verdacht bald auf eine Mitschülerin mit dem gleichen Namen.

Die Mutter der 13-Jährigen erstattete Anzeige, dadurch wurde der Vorfall allgemein bekannt. Die Beschuldigte – sie hat einen Migrationshintergrund – wurde daraufhin von der Lehrer vor der ganzen Klasse bloßgestellt und für vier Wochen von der Schule suspendiert. Erst nach massiven Protesten durfte die angebliche Mobberin wieder online am Unterricht teilnehmen – allerdings in einer anderen Klasse.

Beschuldigte stritt alle Vorwürfe ab

Doch das war noch lange nicht alles: Die Familie der Beschuldigten wurde bedroht, Unbekannte randalierten vor der Haustüre und zündeten sogar eine Matratze an. Die jüngeren Geschwister seien sogar von Autos verfolgt worden, so die Zeitung. Da  das Mädchen die Vorwürfe vehement abstritt, wurde eine Hausdurchsuchung in der Wohnung der Familie durchgeführt. Auf den beschlagnahmten, elektronische Geräte konnten jedoch keinerlei Hinweise auf die Hassbotschaften festgestellt werden.

Die Staatsanwaltschaft forderte daraufhin von verschiedenen Mobilfunkbetreibern und Instagram IP-Adressen sowie Stamm- und Zugangsdaten der Fake-Accounts, von denen die Nachrichten geschrieben wurden, an. Dabei kam etwas Unglaubliches heraus: So gut wie alle IP-Adressen, von denen die Beleidigungen und Drohungen gesendet wurden, kamen vom Internet-Anschluss des vermeintlichen Opfers. Bei einer Hausdurchsuchung beim angeblichen Opfer wurden schließlich zwei Handys gefunden, die beide der 13-Jährigen gehörten. Auf einem der beiden Smartphones wurden die gesendeten Hassnachrichten gefunden.

Verfahren gegen 13-Jährige eingestellt

Für die Staatsanwaltschaft war somit klar, dass die 13-Jährige die Nachrichten selbst geschrieben hatte und die Straftaten ihrer Klassenkameradin in die Schuhe schieben wollte. Da das Mädchen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht 14 Jahre alt war (und somit nicht strafmündig) wurde das Verfahren wegen Verleumdung, Fälschung eines Beweismittels und falscher Zeugenaussage eingestellt.

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