In Sachen Flüchtlingspolitik kommen die beiden auf keinen gemeinsamen Nenner. Dennoch wünscht sich Ungarns Premier, das die deutsche Kanzlerin eine vierte Amtszeit antritt.
Angela Merkel dürfte es schmeicheln, dass Viktor Orban sich plötzlich für sie ausspricht. Vor allem, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sogar zu einem Boykott der Wahl aufgerufen hat.
"Wir sprechen ein stilles Gebet dafür, dass das Mandat der jetzigen Kanzlerin verlängert wird, denn unter den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ist dies vom ungarischen Standpunkt aus unser Interesse", sagte Orban in einem Interview mit dem Staatsrundfunk.
Schlechtes Verhältnis zu Schulz
Dabei befinden sich die zwei schon seit einiger Zeit in einem Clinch: Ungarn weigert sich trotz eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs, eine festgelegte Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen. Merkel kritisiert diese Blockade scharf.
Dennoch will sie Ungarn keine EU-Fördermittel entziehen - im Gegensatz zu SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz. "Wer darüber redet, dass man einem Land Mittel entziehen muss, weil es zum Beispiel in der Flüchtlingsfrage nicht (mit Deutschland) einer Meinung ist, der begeht einen Gesetzesbruch", betonte der ungarische Premier in dem Interview. Schulz nannte er jedoch nicht beim Namen.
(slo)