Nur ein Zufall? Ausgerechnet kurz vor der Generaldirektoren- Wahl im August ist der ORF um einen Skandal reicher. Dabei geht es um im Wiener Korrespondentenbüro versickerte 30.000 Euro.
Wenn’s kriselt, benötigen ORF-Auslandskorrespondenten Geld – rasch und unbürokratisch. Bei einer dieser Überweisungen an den Balkan- und Ukraine-Experten Christian Wehrschütz könnte ein Mitarbeiter mehr als angefordert behoben und, so der Verdacht, abgezweigt haben. Konkret sollen 30.000 Euro fehlen.
Der Bedienstete (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) wurde laut "Standard" nach einem Revisionsbericht beurlaubt, die Einschaltung der Justiz angekündigt. Zusätzlich sickerte durch: Auch bei anderen Abrechnungen hat es womöglich Unregelmäßigkeiten gegeben. Der ORF wollte das nicht bestätigen.
Pikantes Detail und laut Insidern kaum ein Zufall: Das Büro der Auslandskorrespondenten ist seit Kurzem in der Generaldirektion von Alexander Wrabetz (SPÖ) angesiedelt. Und der will sich im Sommer zum dritten Mal zum ORF-Chef wählen lassen.
Einen weiteren Schuldigen hat Zentralbetriebsratsboss Gerhard Moser in Reinhard Scolik ausgemacht. Der Ex-Personalchef war bis zu seinem Wechsel zum Bayerischen Rundfunk für das ORF-Korrespondentennetz zuständig. Beim Abgang soll er rund eine Million Euro als "Golden Handshake" kassiert haben.