Österreich

ORF-Kritik: Franz von Gewinnspielen verbannt?

Regelmäßig wies Franz Posch (73) auf Fehler hin, jetzt kann er nicht mehr an ORF-Gewinnspielen teilnehmen und vermutet eine Retourkutsche.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:47

Es ist 14:20 Uhr. Auf Radio Niederösterreich läuft ein Gewinnspiel. Einer von vielen Anrufern darf mitmachen. Franz Posch (73) aus Neulengbach (Bezirk St. Pölten Land) ist es nicht. Er ist sicher: "Man hat mich gesperrt, weil ich zu oft auf Fehler in den Nachrichten und hingewiesen habe."

Kein Durchkommen

Jahrelang hat der rüstige Pensionist erfolgreich an Gewinnspielen teilgenommen. Normalerweise bekommt man ein Besetztzeichen, wenn man zu langsam war. Für Posch ist seit rund zwei Jahren die Leitung tot.

Er intervenierte beim ORF und später auch beim VKI (Verein für Konsumenteninformation). Dort hieß es, er sei nicht blockiert. "Ich bin zwar schon ein bisschen älter, aber nicht deppert", sagt der 73-Jährige. Bei seinem Netzbetreiber hat er trotzdem nachgefragt – alles in Ordnung, die Ursache könne nur beim Anrufempfänger liegen.

Fehler aufgedeckt

Am Handy liegt es auch nicht, mit einer anderen Sim-Karte kommt er durch. Es gibt für Posch nur eine logische Erklärung: seine Nummer wurde blockiert. "Wenn sie in den Nachrichten einen Blödsinn erzählen, rufe ich halt an und weise sie darauf hin", glaubt Posch den Grund zu kennen.

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Bei Radio NÖ kann man sich das nicht vorstellen. "Wir haben noch nie ein Anrufer blockiert. Schon gar nicht, weil er auf Fehler hingewiesen hat, es muss eine andere Erklärung geben", sagt Programmchef Karl Trahbüchler.

Lösung gesucht

Posch kann damit wenig anfangen, zahlreiche Briefe hat er schon geschrieben. Immer höflich, nie unfreundlich. Er wurde meist nur auf die Spielregeln hingewiesen – die kennt er auswendig, verstoßen hat er nie dagegen.

"Ich zahle brav Gebühren, da will ich auch mitspielen können." Die Programme schaut und hört er immer noch gerne. Er will nur, dass man ihn wieder mitmachen lässt und nicht für dumm verkauft.

Beim ORF NÖ zeigte man sich äußerst bemüht, man will man dem Problem jetzt auf den Grund gehen. "Wir lassen das prüfen, vielleicht betrifft es sogar mehrere Anrufer. Wir wollen, dass jeder mitspielen kann", versichert Trahbüchler.

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