Manuel Rubey und Simon Schwarz sind seit 20 Jahren eng befreundet. Sie machen Kabarett, einen Podcast und bisher schon fast zehn Filme miteinander. Seit Mitte Juni drehen die Schauspieler nun die neue ORF-Komödie "Halbweg" zusammen, die 2027 ausgestrahlt wird.
Rubey ist Architekt Stefan, der versucht, seine gescheiterte Ehe zu retten, indem er eine alte Villa kauft und sie für seine Frau (Caroline Frank) auf Vordermann bringen will. Doch dort lebt schon jemand: der wunderliche Geist des Vorbesitzers Theo, der von Schwarz verkörpert wird.
"Ich habe einen Bademantel an, einen Kimono. Es gibt Schauspieler, die würden das wahrscheinlich nackt spielen wollen. Ich gehöre nicht zu denen. Ich glaube, dass das für die Zuseher nicht so wahnsinnig spannend ist und einfach ablenkt. Das Einzige, was man sieht, sind meine Füße", erklärt er im "Heute"-Gespräch.
Erfahrung mit Übernatürlichem hat Schwarz privat auch schon gesammelt, verrät er. "Ich habe schon zweimal Geister gesehen, aber ich glaube trotzdem nicht daran. Einmal bin ich in einem Hotelzimmer aufgewacht und dachte, einer steht oben ohne in der Tür, vielleicht war es Philipp Hochmair – mit einer Glitzer-Paillettenhose in Violett. Aber es ist ja tatsächlich erklärbar, das sind Halbschlaf-Situationen. Und das zweite Mal ist jemand aus meinem Bett hinausgegangen, ich wollte ihn noch greifen."
In der Villa im dritten Bezirk, in der gerade gedreht wird, sucht der 55-Jährige jedoch bisher vergebens nach überirdischem Kontakt. "Angeblich gibt es auch hier einen Geist, ich habe ihn aber noch nicht gesehen. Ich habe schon nach ihm gerufen und gehofft, dass er sich mir präsentiert, es hat aber bis jetzt nicht stattgefunden." Rubey hat diesbezüglich noch gar keine Erfahrung: "Ich glaube nicht an Geister. Ich habe noch keinen gesehen, aber ich bin offen, wenn es sich noch ergibt."
Für beide Schauspieler ist der gemeinsame Film von Regisseurin Olivia Retzer auch besonders, weil sie sich so gut kennen. "Es ist angenehm, dass man so eingespielt ist", findet Schwarz. "Manuel ist ja inzwischen ein Geschäftspartner, wir verdienen gemeinsam Geld mit dem Podcast und Kabarett-Programm, damit zahlen wir unsere Rechnungen."
Rubey pflichtet ihm bei: "Es ist wirklich eine sehr angenehme Stimmung, wir probieren viel aus und halten uns nicht immer an den Text. Die Herausforderung ist, das zum Ende zu bringen, so wie es dramaturgisch gedacht ist." Er betont auch: "Das Schöne am Älterwerden ist, dass man in der Partnerwahl stilsicherer wird. Wir hatten eine Krise, die kann man in einer Podcast-Folge nachhören, das ist dokumentiert, wir haben ein Beziehungsgespräch geführt. Das war in 20 Jahren tatsächlich der einzige Konflikt, die einzige Meinungsverschiedenheit.
Letztlich hat auch die Story des Films etwas mit einer Männerfreundschaft zu tun. "Der Geist hat eine Emotion, er kann nicht raus, ist in seinem alten Haus gefangen, das er sehr liebt. Dann kommt ein fremder Mensch, der sein Haus gekauft hat, ihn loswerden will und Panik bekommt, weil er glaubt, dass er spinnt. Irgendwie nähern sie sich an, weil sie beide ein Bedürfnis haben", erklärt Schwarz. "Es wird eine Männerfreundschaft, sie fangen an, über Gefühle zu sprechen, das ist noch immer nicht ganz selbstverständlich", ergänzt Rubey.
In der Midlife Crisis, in der sich Architekt Stephan befindet, passiert etwas beinahe Klassisches, jedoch hier komödiantisch umgesetzt. "Manche Männer wollen dann nochmal irgendwas beweisen und merken, das geht nicht mehr. Dann kompensiert man, einiges geht schief, man trifft schlechte Entscheidungen, um nachher eine Infrastruktur von Argumenten dafür zu liefern und es wird immer schlimmer. Das ist natürlich eine gute Ausgangslage, um einen Film zu beginnen. Maximales Desaster", so Rubey.