Sind Unterhaltungsshows in Zeiten des Ukraine-Krieges angemessen? Eine Frage, die derzeit in den sozialen Netzwerken für Gesprächsstoff sorgt.
Erst vergangene Woche hatten sich zahlreiche Zuschauer darüber aufgeregt, dass RTL die Tanzshow "Let's Dance" zeigt ("Heute" berichtete). Ein Twitter-User schrieb beispielsweise: "Kiew ist grad mal 1000 Km entfernt von Berlin, dort sterben Zivilisten durch Raketen. Und wir sollen Leuten beim Tanzen, Lachen und Singen zusehen ? Egal ob #Karneval oder #LetsDance, die Situation ist einfach zu ernst für sowas."
Im ORF wurden wegen des Krieges zahlreiche Faschingsshows aus dem Programm genommen. Die Castingshow "Starmania22" wird allerdings trotzdem ausgestrahlt. TV-Unterhaltungschef Alexander Hofer erklärte bei der Pressepräsentation am Mittwoch: "Es kann jetzt das Leben und das Programmangebot nicht komplett ruhen."
"Es muss die Möglichkeit geben, zwei, zweieinhalb Stunden innezuhalten und sich einem anderen Thema zu widmen, das für die psychische Gesundheit unseres Publikums notwendig ist", sagte er weiter. Man wolle sich aber "pietätvoll im Eskapismus" zeigen, betonte ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz.
Insgesamt 28 Kandidaten treten bei "Starmania22" an und hoffen, der "Star des Jahres" zu werden. In den ersten beiden Sendungen - den Qualifikationsshows –stellen je 14 "Starmaniacs" ihr Können unter Beweis. Jeder Juror kann dabei ein "Star-Ticket" vergeben und so entscheiden, wer direkt in die nächste Runde einziehen darf.
ORF1 zeigt die erste Folge "Starmania22" am 4. März ab 20.15 Uhr.