NASA-Erfolg bei Artemis II

Orion-Hitzeschild hält 2200 Grad stand

Nach der historischen Mondumrundung zeigt der Hitzeschild der Orion-Kapsel deutlich weniger Schäden als beim unbemannten Testflug Artemis I.
18.10.2026, 20:33
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Die erste bemannte Mondmission seit 1972 war ein voller Erfolg. Die Orion-Kapsel brachte vier Astronauten sicher zur Erde zurück, nachdem sie den Mond umrundet hatte. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre herrschten an der Außenseite der Kapsel Temperaturen von über 2200 Grad Celsius - im Innenraum blieb es bei angenehmen 24 Grad.

Die Kapsel erreichte dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 39-facher Schallgeschwindigkeit, also rund 40.000 Kilometer pro Stunde. Nach der Landung im Pazifik bei San Diego wurden die Astronauten von Spezialkräften geborgen und per Helikopter zu einem Schiff gebracht.

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Wie es bei Forschung und Wissen heißt, zeigt die technische Auswertung einen bemerkenswerten Unterschied zum Vorgängerflug: Bei Artemis II wurden nur neun Stellen mit Materialverlust am Hitzeschild gefunden - bei Artemis I waren es noch 103 gewesen. Der Grund: Die Flugbahn wurde angepasst.

Angepasste Flugbahn macht den Unterschied

Für Artemis II wurde nicht etwa ein neuer Hitzeschild entwickelt. Der entscheidende Unterschied lag in der veränderten Flugbahn beim Wiedereintritt. Die maximale Reichweite entlang der Rückkehrstrecke wurde verkürzt, sodass die Kapsel weniger Zeit in jenem Temperaturbereich verbrachte, der beim Erstflug Probleme verursacht hatte.

Der Hitzeschild besteht aus 186 Blöcken des Materials Avcoat sowie rund 1300 keramischen Kacheln. Bei der sogenannten Ablation wird die äußere Schicht unter großer Hitze chemisch verändert - ein gewollter Materialverbrauch, der die Kabine schützt. Bei Artemis I hatte sich jedoch an einigen Stellen verkohltes Material stärker als geplant abgelöst.

Wichtige Erkenntnisse für künftige Mondmissionen

Die NASA bewertet das Verhalten des Wärmeschutzes als erwartungsgemäß. Auch am übrigen thermischen Schutz der Kapsel wurden keine Anzeichen einer Überhitzung festgestellt. Der geborgene Hitzeschild wird nun weiter untersucht - mit Materialproben und Röntgenaufnahmen.

Die Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt für die geplante Rückkehr von Menschen auf die Mondoberfläche. Doch Experten betonen: Aus einem erfolgreichen Flug folgt keine uneingeschränkte Freigabe für beliebige Belastungen. Jede künftige Mission muss die Materialeigenschaften und Flugbedingungen neu berücksichtigen.

tec, 18.10.2026, 20:33
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