Österreich

Österreich misst Plastik in der Donau

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:13

Unfassbare fünf Billionen Teile Plastik haben Umweltforscher in den Weltmeeren gefunden, wie kürzlich bekannt wurde. Jetzt wird in Österreich erstmals gemessen, wie viel Plastik sich in den heimischen Flüssen befindet. Dazu sind Forscher aus Wien entlang der Donau in Ober- und Niederösterreich im Einsatz.

Forscher haben hochgerechnet, dass täglich 4,2 Tonnen Plastikmüll über die Donau ins Schwarze Meer gelangen. An der Donaubrücke in Aschach (Bezirk Eferding) führen sechs Forscher der Universität für Bodenkultur aus Wien erstmals Plastikmessungen durch. Die Filter, die mit einem Kran in die Donau gehalten werden und aussschauen wie überdimensionale Traumfänger, werden von der Wasseroberfläche bis zum Boden in neun Metern Tiefe gehalten.

Das Substrat, also was im feinen Filter hängen bleibt, wird später untersucht. Die Ergebnisse werden an das Umweltbundesamt weitergeleitet. Untersucht wird außerdem, was es für Transportpfade von diesem Plastik geben könnte, wo es herkommt und wo es hingeht.

Zudem soll aufgezeigt werden, was Plastikmüll in der Donau anrichtet. Vor allem, wenn Fische die winzigen Plastikpartikel fressen. Im schlimmsten Fall kann es in den Magen oder den Blutkreislauf gelangen, die Tiere könnten daran verenden. Oder sie gelangen in die Nahrungskette und das Plastik somit zum Menschen.

Große Mengen an Plastikmüll in der Donau wurden zuletzt im Frühjahr bei Schwechat gefunden. Sie sollen vom Chemiekonzern Borealis stammen, so der damalige Vorwurf.

 

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