Österreichische Chemiewaffen-Inspektoren reisen doch nicht nach Syrien. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) und die UNO haben das Angebot aus Wien für bis zu 20 Experten nicht angenommen. Das Bundesheer stellt nur zwei Logistik-Offiziere und eine Herkules-Transportmaschine.
Der Zeitplan der UNO sieht eine bis zum 30. Juni 2014 vor. Eine internationale Mission von rund 100 Experten soll ab Jänner das gesamte Arsenal unschädlich machen. Die Republik hatte im Oktober angeboten, bis zu 20 Experten des ABC-Abwehrzentrums in Korneuburg für einen Einsatz auf syrischem Boden zur Verfügung zu stellen.
Kein Bedarf
Das Angebot bleibt bis auf weiteres aufrecht. Laut Verteidigungsministerium sieht es aber derzeit nicht danach aus, als werde darauf zurückgekommen. Die OPCW könne die Operation nach derzeitigem Stand mit eigenen Fachkräften bestreiten.
2 Militärs und ein Heli
Unterstützen wird die Republik der Mission aber dennoch: Mit Franz Krawinkler ist ein Österreicher als Leiter der Abteilung Operationen und Planung für die gesamte Planung der Mission mitverantwortlich. Ab Jänner 2014 stellt das Bundesheer mit Hauptmann Peter Glittenberg zudem den Cheflogistiker der Mission, der für den Ablauf am Boden verantwortlich ist. Eine Herkules-Transportmaschine des Heeres wird für Luftfracht von Personal und Versorgungsgütern der Mission zur Verfügung stehen, sie soll aber keine chemischen Kampfstoffe transportieren.
Rot-schwarzer Clinch
Das Angebot aus dem Verteidigungsministerium zur Entsendung von C-Waffen-Experten hatte vor der Nationalratswahl am 29. September für gesorgt. SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug bot Anfang September in einem Brief die Entsendung 20 österreichischer Experten unter UNO-Mandat an. Die ÖVP kritisierte daraufhin das an die USA gerichtete Angebot als Verletzung der Neutralität. Nach der Wahl wurden versöhnlichere Noten angestimmt - im Oktober wurde das Offert an die UNO öffentlich gemacht.