Österreich

Österreicher aus Syrien zurückgekehrt

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:16

Der angeblich im November entführte syrischstämmige Österreicher Anton Sander ist am Sonntag nach einer koordinierten Aktion der österreichischen Botschaft in Damaskus und des Verteidigungsministeriums nach Österreich zurückgekehrt. Er landete am Vormittag in Wien-Schwechat.

Der angeblich syrischstämmige Österreicher Anton Sander ist am Sonntag nach einer koordinierten Aktion der österreichischen Botschaft in Damaskus und des Verteidigungsministeriums nach Österreich zurückgekehrt. Er landete am Vormittag in Wien-Schwechat.

Anton Sander ist laut Außenamt im August 2013 aus geschäftlichen Gründen in die von Regierungstruppen und Aufständischen umkämpfte syrische Stadt Homs gereist. Er habe sich in dem von bewaffneten Oppositionsgruppen gehaltenen Stadtteil Al-Waar aufgehalten, als dieser von Truppen des syrischen Regimes von Präsident Bashar al-Assad eingekesselt worden sei.

Der Österreich gab an, von einer bewaffneten Gruppe gefangen genommen worden zu sein. Daraufhin habe seine Familie mit der österreichischen Botschaft in Damaskus, die großteils von Beirut aus tätig ist, Kontakt aufgenommen und diese um Hilfe ersucht.

"Hörte Menschen schreien, während sie gefoltert wurden"

Der "Kurier" zitiert in seiner Sonntagsausgabe Außenamts-Sprecher Martin Weiss, wonach Sander zwischen die Fronten geraten sei. Schließlich hätten ihn aber Regierungstruppen aus der Kampfzone geholt und nach Damaskus gebracht.

Dort gab der Österreicher, der Ehefrau und vier Kinder hat, "sofort" eine Pressekonferenz. "Ich hörte Menschen schreien, während sie gefoltert wurden", erklärte er gegenüber den syrischen Medien. Er habe Todesangst gehabt", sagte er demnach bei dieser Gelegenheit. Laut "Krone" vom Sonntag zeigte Sander im syrischen Staatsfernsehen Verletzungen, die ihm die Geiselnehmer, die nach früheren Angaben von Sander Lösegeld forderten, zufügten.

Österreicher befand sich in abgeschnittener Zone

Laut informierten Kreisen gebe es "seit Monaten eigentlich kein Reinkommen" in den durch den Fluss Orontes vom Rest der Stadt abgeschieden gelegenen Bezirk von Homs, wo sich Sander aufhielt. Al-Waar sei seit mindestens acht Monaten von Truppen des syrischen Regimes umzingelt. Im "Normalfall" würde man nicht in den Bezirk hineingelassen. Spätestens bei Verlassen des Bezirks werde man verhaftet, erschossen - oder wenn man Glück habe, könne man sich "irgendwie rausschmuggeln".

Von aus Homs stammenden Syrern habe man gehört, dass in Al-Waar "nur noch Rebellen und Gauner" und "keine Zivilisten" mehr wohnten. Der Fall des Österreichers klinge "sehr seltsam" und ließe vermuten, dass es sich hierbei "um keine Entführung" handle, hieß es weiter. Auch laut einem Bericht der "Kronenzeitung" hinterfragen "viele Nahost-Kenner" die Geschichte. Immerhin habe Sander "vor knapp drei Wochen selbst telefonisch Alarm geschlagen". Laut "Kurier" wollte er im Bürgerkriegsgebiet Verwandte besuchen.

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