Österreicher fürchten sich vor abstrakten Gefahren

Die Gefahr durch Pestizide sei überschätzt, so die AGES.
Die Gefahr durch Pestizide sei überschätzt, so die AGES.Bild: iStock
Vergesst Mikroplastik und Pestizide – Österreicher fürchten sich bei der Lebensmittelsicherheit vor abstrakten Gefahren.
Das von Mikroplastik, Antibiotika-Rückständen oder Pflanzenschutzmitteln ausgehende Risiko wird überschätzt. Unterschätzt wird hingegen die Gefahr, die von Krankheitserregern in Lebensmitteln ausgeht, meldete die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auf Grund einer Studie. Die AGES ist ein Unternehmen der Republik Österreich.

Gefahr Krankheitserreger

"Die Wahrnehmung der Bevölkerung, aber auch der Ärzte und Journalisten, deckt sich nicht mit den Ergebnissen von tausenden Untersuchungen, die wir durchgeführt haben", sagte AGES-Geschäftsführer Thomas Kickinger. Verbraucher würden sich vor abstrakten Gefahren wie Mikroplastik oder Hormonrückständen fürchten, während Krankheitserregern in Lebensmitteln wenig Beachtung geschenkt werde. Und dass "obwohl es jedes Jahr tausende Erkrankungen und auch Todesfälle gibt", so Kickinger.

Das von Pflanzenschutzmitteln ausgehende Risiko sei geringer, als von der Bevölkerung befürchtet, meinte der AGES-Geschäftsführer. Schließlich würden über 97 Prozent der untersuchten Proben den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Seit 2010 wurden lediglich neun Lebensmittel wegen eines Pflanzenschutzmittels als gesundheitsschädlich bewertet.

Auch Klimawandel gefährdet Lebensmittel

Auch der Klimawandel beeinflusst die Lebensmittelsicherheit. Das reicht von Vergiftungen mit Pilz- und Algentoxinen bis hin zu den „üblichen Verdächtigen", wie Salmonellen oder Campylobacter-Keimen, erklärte Bernhard Url, Geschäftsführender Direktor der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA/Parma), der APA.

CommentCreated with Sketch.12 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. „Pilzgifte, zum Beispiel Aflotoxine, sind in armen Ländern jetzt schon eine große Belastung. Die Erwärmung der Meere kann auch zu vermehrten Belastungen von Fischen mit Toxinen von Algen führen", sagte der Österreicher Url, der seit 2014 die EU-Behörde leitet.

"Verändertes Risiko"

Man müsse bei höheren Durchschnittstemperaturen mit einem veränderten Risiko durch die „üblichen Verdächtigen" rechnen. „Das sind Salmonellen und Campylobacter", sagte der Experte. Während es in Österreich zwar gelang, Salmonellenerkrankungen (durch passende Impfstoffe) zurückzudrängen, war man bei Campylobacter viel weniger erfolgreich. Diese Bakterien rufen eine meldepflichtige, entzündliche Durchfallerkrankung hervor. Eine Gegenimpfung gibt es nicht.



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