Die Österreicher stehen mit fünf bis sechs Wochen Urlaubsanspruch im internationalen Vergleich sehr gut da. Dabei wird viel davon nie verbraucht. Die Tendenz, Urlaub zu horten, ist aktueller denn je. Unter anderem, weil viele bei zu langer Abwesenheit Nachteile im Job befürchten. Bislang kannte man dies nur vom Krankenstand. Die AK Tirol warnt davor, Arbeitnehmern Urlaub zu bestimmten Zeiten aufzudrängen, um ihn abzubauen.
im internationalen Vergleich sehr gut da. Dabei wird viel davon nie verbraucht. Die Tendenz, Urlaub zu horten, ist aktueller denn je. Unter anderem, weil viele bei zu langer Abwesenheit Nachteile im Job befürchten. Bislang kannte man dies nur vom Krankenstand. Die AK Tirol warnt davor, Arbeitnehmern Urlaub zu bestimmten Zeiten aufzudrängen, um ihn abzubauen.
In Österreich hat jeder Beschäftigte 25 Tage Urlaubsanspruch und nach 25 Dienstjahren 30 Tage. Die meisten Angestellten haben somit Anspruch auf fünf oder sechs Wochen bezahlten Urlaub im Jahr.
Die Arbeiterkammer Tirol warnt jetzt davor, dass Betriebe bei schwacher Auftragslage versuchen, Mitarbeiter in den Urlaub zu drängen. Denn sehr viele Mitarbeiter verbrauchen ihren gesetztlich geregelten Urlaub nur selten bis nie. Dabei wäre dies sogar vorgeschrieben. Nicht verbrauchter Urlaub kann nur bis zu zwei Jahre aufgeschoben werden.
Sorge um den Job wegen Urlaub
Viele willigen beim Urlaubszwang ein, aus Sorge, womöglich den Job zu verlieren, obwohl Urlaub eigentlich immer in beidseitigem Einvernehmen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber stattfinden müsse. Es sind sowohl die betrieblichen Interessen, als auch die Erholungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers zu berücksichtigen.
Arbeitsrechtsexperte Wolfgang Mazal sagt, dass mittlerweile eine Tendenz festzustellen sei, Urlaub zu horten. Zum einen, weil man aufgrund vielfach dünner Personaldecken im Betrieb anwesend sein müsse. Leute könnten es sich gar nicht leisten, in Urlaub zu gehen, weil dann die Arbeit liegen bleibe.
In China nur fünf Tage Urlaub
Zum anderen habe das aber auch mit der Angst zu tun, nicht für den Betrieb notwendig zu sein und damit früher oder später den Job zu verlieren. Der Urlaub habe aber Erholungsaufgaben, so Mazal. Wenn sich Menschen nicht erholen, besteht die Gefahr, dass sie psychische Probleme bekommmen, ausgebrannt sind und früher oder später gesundheitsbedingt in Pension gehen.
Im internationalen Vergleich liegt Österreich im Mittelfeld, auch Tschechen, Finnen, Franzosen und Niederländer haben in etwa so viel Urlaub wie wir. Den wenigsten bezahlten Urlaub gibt es in China, die Menschen müssen sich mit fünf Tagen pro Jahr begnügen. Urlaubssieger ist Brasilien. Die arbeitende Bevölkerung freut sich jedes Jahr über 30 bezahlte Tage.