Burgenländerin bei Klima-Protest festgenommen

Polnische Grenzssoldaten haben das Schiff "Rainbow Warrior" in Danzig geentert und einige Greenpeace-Aktivisten festgenommen, darunter eine Burgenländerin.
Die Umweltschützer wollten verhindern, dass Kohle in den Hafen von Danzig geliefert wird. Polnische Soldaten beschlagnahmten das Schiff und nahmen die Crew fest.

Festnahme wegen Verletzung der Schifffahrtsregeln



Wie Greenpeace erklärte, handelte es sich um einen "Klimanotfallprotest". Kohle zählt zu den fossilen Brennstoffen, die zur globalen Erwärmung beitragen. Das Land Polen mit 38 Millionen Einwohnern verbraucht nach offiziellen Statistiken 80% des Energiebedarfs aus Kohle. Mit der Aktion wollte die Umweltorganisation auf die Politik der polnischen Regierung aufmerksam machen.

CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Eine Sprecherin der Grenzschutzbehörde bestätigte den nächtlichen Einsatz durch eine Spezialeinheit, wie "Die Zeit" berichtet. Zwei der 18 Besatzungsmitglieder, der Kapitän und eine burgenländische Aktivistin wurden verhaftet, weil sie gegen die Vorschriften für die sichere Seefahrt verstoßen hätten.

Die anderen Passagiere wurden nach der Prüfung ihrer Dokumenten wieder freigelassen und seien an Bord der "Rainbow Warrior" zurückgekehrt. Das Schiff ankere nun vor der Hafeneinfahrt in Danzig.

"Wir haben den Kapitän, einen spanischen Staatsbürger, und eine österreichische Aktivistin wegen Verletzung der Schifffahrtsregeln festgenommen und das Schiff aus dem Hafen geschleppt, wo es keine Erlaubnis zum Ankern hatte", erklärte ein Sprecher der Behörde.

Kohleterminal blockiert



Die Grenzschützer hätten sich gewaltsam Zugang zum Schiff verschafft und Fenster eingeschlagen nachdem auf ihre Anfrage, an Bord gelassen zu werden, nicht reagiert wurde.

"Mittwochnachmittag ist eine Anhörung vor Gericht angesetzt. Grundsätzlich dürfen sie laut polnischer Gesetzeslage bis zu 72 Stunden festgehalten werden", erklärte eine Greenpeace-Sprecherin gegenüber der APA. Man rechne damit, dass die Aktivisten bald wieder frei sind. "Friedlicher Protest ist ein Grundrecht und darf nicht kriminalisiert werde", so Sophie Lampl, Kampagnendirektorin bei Greenpeace in Österreich.

Am Mittwochnachmittag folgte eine weitere Protestaktion am Danziger Hafen. Mehrere Aktivisten, darunter auch viele Österreicher, kletterten auf Kräne im Kohleterminal, um die Beladung der Frachter zu stoppen.

"Kohle ist einer der größten Klimakiller überhaupt. Die polnische Regierung macht allerdings keine Anstalten, auf umweltfreundliche, erneuerbare Energien umzusteigen", kritisierte Lampl. Die "Rainbow Warrior" hatte den Kohleterminal im Danziger Hafen blockiert. Ein Frachter aus Mosambik konnte deshalb nicht ausladen. Die Aktivisten hatten in großer weißer Schrift "Stoppt Kohle" auf den Rumpf des Frachters geschrieben.

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