Politik

Österreichische Politik wird immer korrupter

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:34

Österreich wird in der Geschäftswelt immer mehr als korruptes Land wahrgenommen. Innerhalb von zwei Jahren hat sich Österreich von Platz 16 auf 26 verschlechtert. Das korrupteste EU-Land Griechenland konnte dagegen Boden gutmachen. Weltweit am saubersten sind Dänemark und Neuseeland.

Das zeigt der "Korruptionswahrnehmungsindex" (CPI) von Transparency International. Die Organisation erhebt alljährlich anhand von Analysen durch Unternehmensberatungen, NGOs und Stiftungen sowie Umfragen unter Managern, wie korrupt der öffentliche Sektor eines Staates wahrgenommen wird. Die Staaten werden auf einer Skala von 0 (umfassende Korruption) bis 100 (keine Korruption) verortet.

Zuletzt hat eine Studie ergeben, dass haben.

Schlusslichter: Somalia, Nordkorea und Afghanistan

Am "saubersten" in der globalen Liste von 177 Staaten sind Dänemark und Neuseeland (je 91 Punkte), Schlusslichter sind Somalia, Nordkorea und Afghanistan mit je acht Punkten. Österreich kommt im heurigen CPI-Index auf 69 Punkte. Das ist der gleiche Wert wie im Vorjahr, bedeutet aber eine Verschlechterung um einen Platz, weil Irland die Alpenrepublik überholte.

Schlechte Reputation

TI-Österreich-Vorsitzende Eva Geiblinger hat gegenüber Ö1 gesagt, das Studienergebnis "gibt Anlass zur Sorge". "Es bedeutet eine nachhaltige Verschlechterung der Reputation Österreichs in der internationalen Geschäftswelt." Österreich liege nämlich nur noch im Durchschnitt der EU-28, lediglich die mediterranen Mitgliedsstaaten und die neuen EU-Staaten Mittelosteuropas sind schlechter. Geiblinger findet unter anderem das  Lobbying-Gesetz  "zu verwaschen". Außerdem meint sie, dass Staatsanwälte weisungsfrei sein sollten.

Transparenz fördert Verantwortung

In der Spitzengruppe mit mindestens 80 Punkten liegen neben den skandinavischen Staaten auch Singapur, die Schweiz, Australien und Kanada. Diese Länder zeigen, wie "Transparenz Verantwortung fördert und Korruption stoppen kann", erklärt TI-Vorsitzende Huguette Labelle.

Griechenland steigt ein bisserl auf

Das korrupteste Land der Europäischen Union ist Griechenland (Platz 80), doch konnte es sich immerhin um vier Punkte auf 40 verbessern. Dagegen stürzte Spanien nach einer Reihe von Korruptionsskandalen der Regierungspartei und der Königsfamilie innerhalb der EU am stärksten ab. Es verschlechterte sich um sechs Punkte auf 59 Punkte (Platz 40). Damit verzeichnete Spanien mit Mali, Gambia, Guinea-Bissau und Libyen die zweitgrößten Verluste, lediglich Syrien verlor noch massiver.

EU-Ranking

Insgesamt rangieren sieben der 28 EU-Staaten unter 50 Punkten. Neben Griechenland sind dies Bulgarien (41), Italien und Rumänien (je 43), Slowakei (47), Tschechien und Kroatien (je 48). An der Spitze liegen neben Dänemark noch Finnland und Schweden (je 89). Vor Österreich liegen außerdem die Niederlande (83 Punkte, Platz 8), Luxemburg (80 Punkte, Platz 11), Deutschland (78 Punkte, Platz 12), Großbritannien (76/14.) und Frankreich (71/24.).

Krieg schürt Korruption

Im Jahresvergleich besonders stark abgerutscht sind Staaten, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind wie (168), Libyen (172) oder Mali. Korruption und Staatszerfall seien eng miteinander verknüpft, sagte TI-Experte Finn Heinrich.

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