In Österreich ist die Wirtschaft im zweiten Quartal so stark gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte im Vergleich zum ersten Quartal um 0,2 Prozent zu. Impulsgeber war vor allem der Außenhandel.
Nach drei Quartalen, die von einer Stagnation geprägt waren, hat das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum letzten Quartal um 0,2 Prozent und im Jahresabstand um 0,3 Prozent zugelegt. Die größten Wachstumsimpulse für die heimische Wirtschaft sind im zweiten Quartal vom Außenhandel ausgegangen. Die gesamtwirtschaftlichen Exporte wuchsen mit real 0,3 Prozent stärker als die Importe (-0,1 Prozent), die Warenausfuhr entwickelte sich wieder etwas dynamischer, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Mittwoch zu seiner ersten Schätzung der BIP-Entwicklung im Zeitraum April bis Juni.
Import dafür "sehr verhalten"
Vor diesem Hintergrund stieg die Wertschöpfung der Warenproduktion um 0,4 Prozent. Aufgrund der schwachen Konsum- und Investitionsnachfrage in Österreich sei der Warenimport jedoch "sehr verhalten" gewesen. Bei den Importen hat sich das reale Minus übrigens von 0,4 Prozent im Zeitraum Jänner bis März auf 0,1 Prozent von April bis Juni verringert, die Exporte hatten auch schon zum Jahresauftakt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt.
Der Konsum der privaten Haushalte stagnierte im zweiten Quartal, das spiegelte sich laut Wifo auch in der Entwicklung der Wertschöpfung im heimischen Handel wider. In den drei vorhergehenden Vierteljahren (Q3 bis Q1) hatten die Konsumausgaben der Privathaushalte jedoch real sogar leicht nachgegeben. Von den öffentlichen Haushalten kam hingegen ein leichter Nachfrageimpuls, deren Konsum erhöhte sich im zweiten Quartal gegenüber der Vorperiode real um 0,3 Prozent - allerdings war der Zuwachs hier im ersten Quartal mit 0,4 Prozent noch höher gewesen.
Die Unternehmen agierten in ihren Investitionsvorhaben weiterhin zurückhaltend, da sie laut Wifo die Wirtschaftslage in den heimischen Umfragen auch im zweiten Quartal ungünstig einschätzten. Die Nachfrage nach Investitionen in Nichtwohnbauten nahm im zweiten Quartal zu. Da zugleich aber die Wohnbauleistungen gedrosselt wurden, stagnierten unterm Strich die gesamte Baunachfrage und auch die Wertschöpfung dieses Wirtschaftsbereichs.
BIP soll 2014 noch rasanter wachsen
In ihrer Juni-Prognose sind Wifo und IHS für heuer von einem Realwachstum des BIP von 0,4 bzw. 0,6 Prozent ausgegangen, nach real 0,8 Prozent Anstieg im Vorjahr. Optimistischer waren die Institute für 2014, da rechneten sie zuletzt bereits mit 1,6 bzw. 1,8 Prozent BIP-Plus.
Heuer im 1. Halbjahr lag das heimische BIP - nicht um Saisoneffekte bereinigt - um 0,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie das Wifo heute, Mittwoch, erklärte.