Overwatch im Test: Voll ins Action-Shooter-Herz

Blizzard brilliert in seinen Videospielen, bei Overwatch war aber die Spannung im Vorfeld trotzdem groß.
Bei Overwatch stellte sich die Frage, ob der Action-Shooter tatsächlich ein Erfolg wird. Nicht zuletzt mit dem fast zeitgleichen Erscheinen des Fun-Shooters Battleborn war auch die Konkurrenz für Blizzard da, und für das Unternehmen war es das erste Shooter-Unterfangen. Wir haben getestet, ob Overwatch für PlayStation 4, Xbox One und PC trotzdem ins Schwarze trifft.

Hektisch präsentiert sich Overwatch beim Einstieg. Es gibt hunderte mögliche Spielweisen, die dem Gamer anfangs chaotisch erscheinen, mit der Fortdauer des Spiels aber offenbaren. Der Shooter weiß zu überraschen. Gutes Gameplay von anderen Games abzuschauen und zu einem neuen Spiel zu kombinieren ist oft kein Garant für Erfolg, bei Overwatch geht diese Rechnung aber super, wenn nicht sensationell auf.

Auch die Story von Overwatch ist so facettenreich wie das Gameplay. 60 Jahre in der Zukunft hat die künstliche Intelligenz "Omnic" Roboter zur Macht geführt und eine globale Krise ausgelöst. Um die Krise zu beenden, haben die Vereinten Nationen die Taskforce "Overwatch" gegründet. Eigentlich als Friedenstruppe gedacht, gerät die Gruppe unter Korruptionsverdacht. Die Bevölkerung wendet sich gegen "Overwatch", ihr Hauptquartier wird zerstört und die Gruppe offiziell aufgelöst. Offiziell, denn hier geht es mit der Action los.

Einfache Formel, tiefgehendes Gameplay

Das Grundrezept von Overwatch ist einfach - ein Shooter mit zwei Teams mit je sechs Personen kämpfen um Kontrolle, Punkteeroberung und Frachtbeförderung. Je nach Spielmodi bieten passende Maps die Grundlage für ein schnelles Shooter-Vergnügen. Doch hier geht das Spiel dann ganz schön in die Tiefe. Jeder der insgesamt 21 Helden ist ein bestimmter Charakter mitsamt Biografie - und kein anonymes Mitglied einer Klasse. Dazu gibt es vier verschiedene Rollen der Figuren: Defensiv, Offensiv, Tank und Unterstützung.

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Wer also einfach schnell einen Helden wählt und ein Team zusammenwürfelt, hat die besten Chancen auf eine schnelle Niederlage. Ja nach Stärken und Charakteren will ein Team gut durchdacht und zusammengestellt werden, um Erfolg zu haben. Einzelgänger sind hier fehl am Platz - sich mit einem Snipergewehr zu verschanzen und abzuwarten oder als "Medic" wild ballernd durch die Gegend zu laufen wird dem Team keine Lorbeeren einbringen. Wer aber einen guten Team-Mix gefunden hat, hat einen klaren taktischen Vorteil.

So lernt man im Chaos zu überleben

Damit der Spieler nicht gleich von den vielen Inhalten erschlagen wird, gibt es anfangs ein kurzes, unterhaltsames Tutorial. Das bringt zugegebenermaßen nicht viel, denn jeder Charakter spielt sich grundlegend anders und muss erst durch längeres Zocken kennengelernt werden. Ebenso gestaltet sich die Spielweise auf jeder Map unterschiedlich. Trotzdem wirkt Overwatch nie frustrierend, sondern motivierend, denn auch nach der x-ten Partie lernt man noch immer Shooter-Tricks dazu. Wer sich gar nicht auskennt, kann sich an Sternen orientieren, die die Schwierigkeit der Spielweise mit einem Helden anzeigen.

Was Blizzard toll umgesetzt hat ist, dass die Charaktere, so grundunterschiedlich sie sind, nie gegenüber den anderen Helden übermächtig oder chancenlos in ihren Eigenschaften sind. Auch das Problem von Cheatern, unter dem andere Games oft leiden, zeigt sich bei Blizzard nicht. Vielleicht auch deshalb, weil Blizzard angekündigt hatte, Cheater dauerhaft und kontoübergreifend zu sperren. Der hingen vielen Spielern fehlende "Ranked"-Modus soll von Blizzard Ende Juni noch nachgeliefert werden.

Lerne deinen Helden kennen

Blizzards Helden sind auch visuell und charakterlich keine Einheits-Shooter-Figuren. Vom Zwergen-Mechaniker Torbjörn mit seinem hochlevelbaren Verteidigungsturm bis hin zum Affen-Wissenschafter Winston mit großer Intelligenz und ebenso großer animalistischer Wut oder der Ex-Pilotin Tracer mit der Gabe, in der Zeit zurückreisen zu können, um Fehler zu korrigieren, bietet sich hier eine Storyline, die man sonst in perfekt durchinszenierten Comicbüchern findet.



Auch die bisher zwölf Maps könnten unterschiedlicher nicht sein. Vom ländlichen Japan bis zum industrialisierten Russland kämpft man sich über die fiktive Erde der Spielwelt. Weil die Anforderungen der Maps und der Teambalance so wichtig sind, können Spieler ihre Charaktere auch in den Matches wechseln, um sich den Gegebenheiten anzupassen. Nach den Matches gibt es dann ein Post-Match-Voting, bei dem man Spielern zu ihren individuellen Leistungen gratulieren kann sowie ein "Play of the Game"-Highlightvideo. Hier auch der ziemlich einzige Schwachpunkt des Spiels: Die Highlights fokussieren auf Killstreaks, Heiler oder Verteidigungscharaktere fallen meist aus den Highlights raus, auch wenn sie den Teamerfolg garantiert haben.

Fazit

Overwatch ist ein genialer Mix von guten Shooter-Ideen, die Blizzard gekonnt unter ein Dach gebracht hat. Und wie kaum ein anderer Shooter schafft es Overwatch, den Spieler zu zeigen, wie wichtig er für sein Team ist - und degradiert ihn nicht einfach zu einem von hunderten Shooter-Spielern. Dementsprechend hoch ist die Wiederspielbarkeit des Titels, denn von Overwatch hat man auch nach Stunden nicht genug.

Grobe Schnitzer blieben beim Test von Overwatch verborgen. Das erwähnte Ranked-System oder das etwas unfaire Post-Match-Highlightvideo sind nicht mehr als kaum sichtbare Kratzer auf der Oberfläche eines sensationellen Spiels. Wenn Blizzard sein Versprechen hält und die Overwatch-Zocker regelmäßig mit Inhalten versorgen wird, dann hat man hier ein Game, das voll ins Schwarze trifft und derzeit das beste Shooter-Erlebnis am Markt ist. 

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