Österreich

ÖVP-Dorfpolitiker gab SPÖ-Vertreter Watsch'n

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:14

In Salzburg sorgt ein handgreiflicher Streit zwischen zwei Dorfpolitikern für große Aufregung. Ein ÖVP-Politiker schlug gegen einen SPÖ-Kollegen zu. Das "Opfer" sieht einen Zusammenhang mit einem umstrittenen Kraftwerksbau, der ÖVP-Politiker spricht von einer persönlichen Angelegenheit.

In Salzburg sorgt ein handgreiflicher Streit zwischen zwei Dorfpolitikern für große Aufregung. Ein ÖVP-Politiker schlug gegen einen SPÖ-Kollegen zu. Das "Opfer" sieht einen Zusammenhang mit einem umstrittenen Kraftwerksbau, der ÖVP-Politiker spricht von einer persönlichen Angelegenheit.

Eine Dorfposse aus dem Salzburger Lungau ist nun zur Chefsache in der Salzburger Arbeiterkammer geworden: Bernhard Kendlbacher, Mitglied der Musikkapelle und SPÖ-Gemeindevertreter, ist am Samstagabend in Ramingstein auf dem Heimweg vom Faschingsumzug von einem ÖVP-Kommunalpolitiker geohrfeigt worden.

"Dann hat es schon geklingelt"

"Er ist mir von hinten nachgegangen und hat mich angeschrien. Und dann hat es schon geklingelt. Er ist danach zurück ins Wirtshaus. Mein Ohr hat ziemlich gerauscht", schilderte der SPÖ-Mann. Er habe zunächst von einer Anzeige abgesehen und gewartet, ob sich der mutmaßliche Täter am nächsten Tag bei ihm entschuldige. Am Montag habe er den Sachverhalt aber dann bei der Polizei gemeldet.

"Es geht mir nicht um Schadenersatz, ich bin auch nicht ins Krankenhaus gegangen. Aber ich kann nicht schweigen, weil von einem Faustschlag ist es nicht mehr weit, und man wird mit Waffen konfrontiert", erklärte Kendlbacher.

Politiker sind sich schon einmal in die Haare geraten

Für den SPÖ-Dorfpolitiker - er ist im Beruf Leiter der AK-Bezirksstelle im Lungau - liegt der Grund in der Auseinandersetzung in der Debatte um ein geplantes Mur-Kraftwerk in Ramingstein, die in der Gemeinde sehr hitzig geführt wird. Bei einer Bürgerversammlung Anfang Februar sei er von dem ÖVP-Mann verbal heftig angegriffen worden, weil er für eine Versachlichung der Gespräche eingetreten sei.

Auch AK-Präsident Siegfried Pichler sieht einen Zusammenhang mit dem geplanten Kraftwerksbau und auch gleich die Meinungsfreiheit in Gefahr. Er forderte am Mittwoch bei einem kurzfristig einberufenen Pressegespräch die ÖVP auf, sich von dem Mann zu distanzieren.

ÖVP: SPÖ-Mann "mutmaßlich stark alkoholisiert"

Doch für den betroffenen ÖVP-Gemeindevertreter hat "die Watsch'n absolut nichts mit dem Kraftwerk zu tun". Diese sei vielmehr wegen einer persönlichen Beleidigung gefallen. "Er hat meinen Berufsstand beleidigt." Der SPÖ-Mann will das aber erst nach der Ohrfeige getan haben.

Der "mutmaßlich stark alkoholisierte" Bernhard Kendlbacher habe einen Landwirt massiv beleidigt. Dabei soll er ihn unter anderem eine "elendige Bauernsau" genannt haben, argumentierte ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfang Mayer.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen