Österreich

ÖVP muss bei nächster Wahl zittern

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:26

Am Wochenende schockierte eine Umfrage die ÖVP: Nur mehr Platz zwei, hinter der FPÖ. Nach internen Querelen und dem Sinken in der Wählergunst hat "Heute" mit Politik-Experten Thomas Hofer gesprochen. Kann die ÖVP Platz eins halten? Oder ist der Aufstieg von Manfred Haimbuchners FPÖ unaufhaltsam?

Am Wochenende schockierte eine Umfrage die ÖVP: Nur mehr Platz zwei, hinter der FPÖ. Nach internen Querelen und dem Sinken in der Wählergunst hat "Heute" mit Politik-Experten Thomas Hofer gesprochen. Kann die ÖVP Platz eins halten? Oder ist der Aufstieg von Manfred Haimbuchners FPÖ unaufhaltsam?
Hauchdünn, aber eben doch: Die FPÖ würde derzeit mit 33 bis 35 Prozent der Wählerstimmen auf Platz 1 in OÖ liegen, die ÖVP käme nur auf 32 bis 34 Prozent. Diese Umfrage (IMAS im Auftrag der "Kronen Zeitung") ist deshalb bemerkenswert, weil damit erstmals seit der Wahl 2015 die Blauen vorne liegen.

Die ÖVP dürfte am Wochenende aber gar nicht viel Zeit gehabt haben, sich mit diesen Zahlen zu beschäftigen. Der interne Machtkampf zwischen dem gut vernetzten Landesrat Michael Strugl und LH-Vize Thomas Stelzer spitzte sich zu, bis LH Josef Pühringer den beiden schließlich einen abringen konnte.

Machtkämpfe, schlechte Umfragewerte: Wie geht es weiter mit der einst so mächtigen Volkspartei? "Es war höchste Zeit, dass diese Streitereien beigelegt werden", so Politik-Berater Thomas Hofer im Gespräch mit "Heute". Normalerweise sollten solche Konflikte überhaupt nicht öffentlich ausgetragen werden, so der Experte.

"Stelzer aufbauen"

Für die ÖVP sei jetzt wichtig, Pühringers Nachfolger Thomas Stelzer aufzubauen. "Es muss auch auf bundespolitischer Ebene gezeigt werden, wer er ist, was er kann", so Hofer. "Pühringer muss Stelzer auch langsam in der Öffentlichkeit nach vorne stellen". Vor allem im Hinblick auf die nächsten Wahlen in OÖ, die planmäßig 2021 stattfindet. 

"Das wird ein Duell um Platz eins zwischen ÖVP und FPÖ werden, zwischen Stelzer und Haimbuchner, falls dieser überhaupt noch in OÖ ist", so Hofer. Denn: "Er ist einer, der für die FPÖ auch bundesweit präsentabel ist, er könnte dann auch schon in der Bundesregierung sein".

Zu wenig Unterscheidung von FP?

Das größte Problem für die ÖVP derzeit: "Wie unterscheidet man sich von der FPÖ?" Denn derzeit würden die Freiheitlichen vor allem in Sicherheitsfragen den Kurs in der Schwarz-Blauen Zusammenarbeit vorgeben. 

Die Asylkrise sei nicht alleiniger Grund für den derzeitigen Höhenflug der Freiheitlichen, so Hofer. "Diesen Trend gab es davor auch schon". Klar ist jedenfalls: Beim der nächsten Wahl wird es sehr knapp.

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