Politik

ÖVP vs. Stronach: "This country is Pröll-country"

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:02

Die Auseinandersetzung mit Frank Stronach stand am Mittwochabend im Mittelpunkt der großen Abschlussveranstaltung des Personenkomitees für die Wiederwahl von Landeshauptmann Erwin Pröll bei der niederösterreichischen Landtagswahl kommenden Sonntag.

Die stand am Mittwochabend im Mittelpunkt der großen Abschlussveranstaltung des Personenkomitees für die Wiederwahl von Landeshauptmann Erwin Pröll bei der niederösterreichischen Landtagswahl kommenden Sonntag.

"Ich hoffe, dass jene abgestraft werden, die Demokratie als Spielzeug verwenden wollen", sagte Pröll in Richtung Stronach. "Demokratie ist kein Spielzeug." Die Veranstaltung war naturgemäß ganz auf den Landeshauptmann ausgerichtet, die eigentlich zur Wahl stehende ÖVP war kein Thema.

Stronach "äußerst bedenklich"

Pröll bezeichnete es neuerlich als "äußerst bedenklich", dass Stronach zwar zur Wahl antrete, aber nicht in den Landtag einziehen und am 4. März wieder abfliegen wolle. Außerdem agiere der austro-kanadische Milliardär nach dem Motto: "Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln", kritisierte Pröll. In der Demokratie sei das aber nicht so, hier bestimme das Volk die Regeln. Das Vertrauen der Menschen könne man nicht kaufe, das müsse man sich über Jahre hinweg erarbeiten, zeigte sich der Landeshauptmann überzeugt.

"Wahlkampf ein Eldorado"

Seine Fitness trotz des schon seit Wochen laufenden Wahlkampfes begründete Pröll so: "Ich mag Wahlkampf. Wenn man Menschen mag, ist der Wahlkampf ein Eldorado." Und auch die Kritik der Konkurrenten macht ihm offenbar nichts aus: "Je stärker die Gegner auf mich eindreschen, umso munterer werde ich."

"This country is too big for you"

Auch die Vorstandsmitglieder der "Initiative Niederösterreich" (IN) zur Wiederwahl Prölls schossen sich auf Stronach ein: "Frank go home. This country ist too big for you, this country is Pröll-country", brachte es IN-Präsident Christian Konrad, Aufsichtsrats-Präsident der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien auf den Punkt. Auch die Psychoanalytikerin Rotraut Perner - nach eigenen Worten "seit dem elften Lebensjahr sozialistisch organisiert" - warnte vor amerikanischen Zuständen, wo man sich "Hinterbänkler kauft". Für sie gibt es "Macher" wie Pröll und "Käufer im Sinne von Dagobert Duck".

Videobotschaft von Juncker

Der luxemburgische Ministerpräsident und erst kürzlich abgetretene Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, bezeichnete in einer Videobotschaft Pröll als seinen Freund und wünschte ihm, auch nach dem 3. März noch Landeshauptmann zu sein. Pröll habe Niederösterreich zu einem Kernland Europas gemacht und wenn es diesen Platz behalten wolle, brauche es Pröll. Dieser sei nicht austauschbar, meinte Juncker.

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