Paar reist zum "sichersten Ort", kommt infiziert zur...

Beinahe den gesamten März verbrachten Shauna und Bill Portanova nicht ganz freiwillig am vermeintlichen sichersten Ort der Welt. Bei ihrer Rückkehr der Schock: Sie hatten sich mit dem Coronavirus infiziert.

Shauna Portanova aus Kalifornien war nach der Rückkehr von einer gemeinsamen Reise mit ihrem Mann Bill positiv auf das Coronavirus getestet worden. Um Test-Kits zu sparen, wurde dem Amerikaner einfach mitgeteilt, dass er davon ausgehen müsse, ebenfalls infiziert zu sein. Das Paar fiel aus allen Wolken. Wie konnte das nur passiert sein? "Wir waren am buchstäblich sichersten Ort der Welt", schildert Bill Portanova der Lokalzeitung "Sacramento Bee".

Das Paar war im Februar auf der brandneuen "MS Roald Amundsen" zu einer Kreuzfahrt durch die Antarktis – dem einzigen Kontinent dieses Planeten wo es kein Coronavirus gibt – aufgebrochen. Diese dauerte sogar länger als ursprünglich geplant. Im März verweigerten die chilenischen Behörden dem Hurtigruten-Schiff in einem Hafen anzulegen, obwohl es keinerlei Krankheitsfälle an Bord gegeben hatte. Erst nach einer 14-tägigen Quarantäne durften die "wenigen hundert" Passagiere endlich an Land und die Heimreise antreten.

"Wir hatten gar keine andere Wahl"

Doch so sicher die Portanovas im ewigen Eis der Antarktis waren, mussten sie für ihren Weg zurück nach Kalifornien "einen der schlimmsten Orte (in puncto Coronavirus) passieren": Den John F. Kennedy Flughafen in New York. "Wir hatten gar keine andere Wahl", so Bill Portanova zu "SFGate". Er ist sich sicher, dass sich seine Frau auf der langen Heimreise infiziert hat.

Erst hätten sie die auftretenden Symptome auf den Jetlag und die Anstrengungen der vergangenen Tage zurückgeführt, doch in der Nacht auf den 31. März bekam Shauna auch noch Fieber. Abgesehen davon sei die Krankheit bisher mild verlaufen. Die Portanovas haben sich in ihrem Haus selbst unter Quarantäne gestellt.

Corona-Ausbruch bei Arktis-Expedition

Sie hatten Glück, dem Virus erst am Ende ihrer Reise zu begegnen. Auf der ganzen Welt haben sich Kreuzfahrtschiffe zu wahren Corona-Brutkästen entwickelt. Man denke nur an die Diamond Princess zurück, die nach einem Covid-Ausbruch Anfang Februar in einem japanischen Hafen unter Quarantäne gestellt werden musste.

Auch Reisen in die Antarktis sind kein Garant dafür, sicher zu sein: Am Montag wurde bekannt, dass vor der Küste Uruguays mehr als die Hälfte der 217 Passagiere eines australischen Kreuzfahrtschiffs positiv getestet worden sind. Sie waren erst am 15. März Richtung Südpol aufgebrochen.

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