Ich rettete Lenker aus brennendem Autowrack

Edi Potsch war Samstagnachmittag zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er war zur Stelle, als ein Lenker es nicht mehr aus seinem brennendem Auto schaffte.
Der 71-Jährige ehemalige Pflichtbereichskommandant der FF Ansfelden (Bez. Linz-Land) wurde Samstagnachmittag für einen Autolenker zum Lebensrettern. Ein 26-Jähriger aus Linz war auf der L1392 in Richtung Ansfelden unterwegs, offenbar viel zu schnell.

"Meine Lebensgefährtin und ich waren gerade spazieren, als uns eine Bekannte mit dem Auto entgegenkam und hupte. Ich hab noch die Hand zum Gruß gehoben, da hab ich schon gesehen, dass ein Autolenker daher kommt", erzählt Edi Potsch am Telefon.

Der Fahrer verlor die Kontrolle über das Auto und touchierte zwei Stahlsteher auf einem Parkplatz sowie zwei Straßenleitpflöcke. Schließlich fuhr er noch einige 100 Meter weiter, bis er in einer langgezogenen Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn kam und gegen das Auto einer 56-jährigen aus dem Bezirk Linz-Land krachte - es war die Bekannte von Edi Potsch.

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Lenker wollte sich noch selbst befreien, wurde dann bewusstlos



Dann überschlug sich der Pkw des 26-Jährigen und blieb auf dem Dach liegen. Kurz darauf begann das Auto im Motorraum zu brennen. Edi Potsch überlegte nicht lange. "Während sich Angela um unsere Bekannte kümmerte, war ich gemeinsam mit einer jungen Radfahrerin bei dem Autolenker ", sagt Potsch gegenüber "Heute".

Gekonnt zog der 71-Jährige den Lenker durch die zerborstene Seitenscheibe der Beifahrertür. Keine leichte Sache, da das Auto auf dem Dach lag und Flammen aus dem Auto schlugen. Der 26-Jährige wollte sich noch selbst aus dem Fahrzeug befreien, wurde dann aber bewusstlos. Und das ziemlich lange. Rund 10 Minuten soll der Mann ohne Bewusstsein gewesen sein.

"Junge Radfahrerin ist die eigentliche Heldin"



Edi Potsch selbst sieht sich nicht als Lebensretter: "Ich hab in meinem Leben als Feuerwehrmann schon so viel gesehen, da war das für mich jetzt nicht weiter dramatisch. Aber natürlich ist jeder Unfall schlimm. Aber das war völlig klar, dass ich da nicht wegschaue sondern helfe".

Heldenhaft war für ihn vielmehr die so selbstverständliche Mithilfe der jungen Radfahrerin, die bei dem Verletzten geblieben war, bis die Rettung kam. "Leider war sie nachdem die Einsatzkräfte da waren wieder schnell weg, ich konnte mich gar nicht bei ihr für die tolle Hilfe bedanken", so Potsch.

Unklar ist, warum der Unfalllenker überhaupt in diese Situation gekommen ist. Er soll schon zuvor in einen Unfall verwickelt gewesen sein. Nun lässt man auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sein Blut untersuchen.



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