Szene

Paddington-Bear-Papa Michael Bond ist tot

Heute Redaktion
13.09.2021, 23:58

Er hat Generationen von Kindern glücklich gemacht und Erwachsenen den Spiegel vorgehalten. Michael Bond starb mit 91 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.

1958 kam ein Teddybär am Londoner Paddington Bahnhof an, eingereist aus Peru. Gekleidet in einen Dufflecoat, mit einem Regenhut auf dem Kopf und einer Vorliebe für Marmelade ist er heute eines der inoffiziellen Wahrzeichen von England. Die 20 Bücher über den Bären verkauften sich 35 Millionen Mal und wurden mehrmals für TV und (einmal) für das Kino verfilmt.

Am Dienstag starb sein Erfinder, Thomas Michael Bond in seinem Haus nach kurzer, schwerer Krankheit.

Michael Bond wurde von der Queen 1997 erst zum OBE (Officer of the British Empire) und 2015 schließlich zum CBE (Commander of the British Empire) geschlagen.

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Für Erwachsene schrieb Bond 15 Kriminalromane über "Monsieur Pamplemousse", einen Restaurantkritiker, der als Detektiv mit seinem Bluthund "Pommes Frites" Fälle löst.



Paddington Bears Vorlage war Bonds Vater


Bond wurde am 13.1.1926 in Newbury im englischen Berkshire geboren. Sein Vater, ein Postangestellter und sanfter Mensch, war die Vorlage für den Charakter des Paddington Bears. "Mein Vater war sehr höflich und trug immer einen Hut", wird der Verstorbene von der BBC zitiert. "Wir fuhren im Urlaub auf die Isle of Wight und er pflegte mit aufgerollten Hosenbeinen ins Meer zu waten. Dabei ließ er seinen Hut auf, damit er, falls er jemanden traf, den er kannte, den Hut ziehen konnte. Er wäre zutiefst beschämt gewesen, wenn er ihn in so einem Fall nicht getragen hätte."

Bond begann für die BBC als Techniker zu arbeiten und meldete sich 1943 freiwillig zur Royal Airforce, später war er in der Armee. Als er in Ägypten stationiert war, verkaufte er eine erste Kurzgeschichte an das Magazin "London Opinion". Damals beschloss er, Schriftsteller zu werden.

Nach der Heimkehr begann Michael Bond wieder bei der BBC, diesmal unter anderem als Kameramann. Eines Tages, auf dem Heimweg, sah er in einer Auslage einen einsamen Teddy sitzen. Er kaufte ihn für seine Frau und nannte ihn Paddington, weil ihre gemeinsame Wohnung nahe dieses Bahnhofs lag.

Paddington Bear "war ein Flüchtling"

Im Krieg hatte Bond immer wieder Kinder gesehen, die aus London evakuiert worden waren. Sie trugen all ihre Habseligkeiten bei sich. Diese Kinder waren die Vorlage für den Teddy. "Paddington Bear war ein Flüchtling mit einem Zettelchen - 'Bitte kümmert euch um diesen Bären. Danke' - am Koffer", so Bond.

Erst 1965 beschloss Bond seinen Beruf bei der BBC an den Nagel zu hängen und hauptberuflich Schriftsteller zu werden.

Letze Paddington-Abenteuer 2014 geschrieben

Zum letzten Mal schrieb Bond 2014 über den berühmten Bären. "With Love From Paddington" sind Briefe des Bären an seine Tante Lucy in Peru. Jene Tante, die ihn 1958 nach London geschickt hatte.

Nach dem Geheimnis von Paddingtons Erfolg gefragt, meinte Bond: "Es ist einfach die Freude eines Bären, der ein Außenseiter ist. Er bekommt immer wieder Ärger und es passieren ihm Missgeschicke - obwohl er immer beste Absichten hat - und trotzdem gelingt es ihm am Ende jedes Mal, die Oberhand zu behalten." (lam)

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