Paintball: Wir sind keine Amokläufer!

Es rumort in Österreichs Paintball-Community: Seit die SPÖ Niederösterreich den Vorschlag für ein Verbot dieser Freizeitbeschäftigung öffentlich verlautbart hat, bangt man bei den Vereinen um das Weiterbestehen. Österreichweit wären 79 Teams und 53 Spielstätten davon betroffen.

Paintball hat es in letzter Zeit  zu trauriger Berühmtheit geschafft. Bei der Störaktion im ehemaligen KZ in Ebensee hatte einer der Jugendlichen ein Paintball-Gewehr bei sich. Nicht zuletzt dieses traurige Ereignis hat uns dazu bewogen, ein solches Verbot anzudiskutieren, erklärt der SP-Landesgeschäftsführer Günter Steindl. Aber vor allem die Debatte in Deutschland nach dem jüngsten Massaker an der Albertville-Realschule in Winnenden hat die Partei dazu bewogen, einen solchen Schritt auch in Österreich zu fordern. Steindl: Ich halte es für fragwürdig, eine Waffe aus Spaß auf Menschen zu richten.

Mit dieser Ankündigung haben die Sozialdemokraten die Paintball-Gemeinde in Österreich in Aufruhr versetzt. In einschlägigen Internetforen zeigen sich die Gemüter der aktiven Teamspieler erhitzt. Etwas sachlicher argumentiert der Obmann des Paintball-Vereins Wildhogs, Bernd Legner aus Allentsteig (Bezirk Zwettl): Das Verbot würde ins Leere laufen. Paintball ist eine Sportart und trainiert die körperliche Fitness. Dabei beruft sich die Paintball-Gemeinschaft gerne auf eine deutsche Studie aus dem Jahre 2000. Damals stellte Linda Steinmetz fest, dass Paintball nicht dazu neigt, Aggressionen zu fördern.

In das selbe Horn stößt der freiheitliche Landtagsabgeordnete Gottfried Waldhäusl: Es wäre widersinnig die Menschen an einer sportlichen Betätigung zu hindern, die doch gerade Aggressionen abbaut.

Sebastian Baryli

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