Österreich

Palais Liechtenstein erstrahlt in neuem Glanz

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:59

Das Stadtpalais Liechtenstein in der Wiener Bankgasse wurde am Dienstag nach über vier Jahre dauernden Renovierungsarbeiten feierlich wiedereröffnet. Hochrangige Politiker waren geladen und durften einen ersten Rundgang durch das aufbereitete Haus erleben.

Nach über vier Jahren aufwendiger Renovierungsarbeiten und Investitionen von rund 100 Millionen Euro entfaltet das zwischen Volksgarten und Minoritenplatz gelegene Palais eine Pracht, die in Wien ihresgleichen sucht - die bis zu 2,5 Tonnen schweren Luster sind ebenso beeindruckend wie die prunkvollen Stuckdecken, die reichen Goldverzierungen oder die vorbildlich renovierten originalen Thonet-Holzböden.

Viel Prominenz bei Eröffnung

Bundespräsident Heinz Fischer und seine Gattin waren ebenso erschienen wie Kardinal Christoph Schönborn, Außenminister Michael Spindelegger, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (alle V), Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Kulturministerin Claudia Schmied oder Staatssekretär Josef Ostermayer (alle S).

Die Eröffnung ist ein Freudentag nicht nur für Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein, der mit seiner Familie selbst über eine Dachwohnung in dem Palais verfügen wird, sondern auch für Architekt Manfred Wehdorn, der die Renovierung geleitet und zeitgemäße Klima- und Sicherheitstechnik nahezu unsichtbar eingebaut hat: Er rühmte die "großartige Zusammenarbeit mit einem großartigen Bauherrn", der nicht nur eine unglaubliche Liebe zum Detail gezeigt habe, sondern "wirkliches Mäzenatentum" an den Tag gelegt habe: "Rechnen kann sich das nie!"

Das werde es wohl auch nicht durch Vermietungen der Räume und die ab 3. Mai zweimal monatlich angebotenen Gruppenführungen, meinte Hans Adam II.. Doch es gehe ebenso um die Verantwortung zur Erhaltung für spätere Generationen, die man übernommen habe, so der Fürst, der sich gut daran erinnern kann, als Kind mit seiner Familie zeitweise im Erdgeschoß Quartier genommen zu haben.

Kein Biedermeier-Museum

Vom ursprünglich geplanten Betrieb eines "Biedermeier-Museums" wurde aus Kostengründen Abstand genommen, doch was der Leiter der Fürstlichen Sammlungen, Johann Kräftner, für die erste Hängung in den Galerie-Räumen ausgesucht hat, sind Gemälde von allererster Qualität - Bilder von Friedrich von Amerling, Ferdinand Georg Waldmüller, Josef Danhauser und anderen, die man fast allesamt aus jedem Biedermeier-Buch kennt.

Mit dem ebenfalls aufwendig renovierten Winterpalais von Prinz Eugen von Savoyen, in dem Teile des Finanzministeriums untergebracht sind, verfügt auch die Republik über ein frisch renoviertes Barockjuwel. Ab Herbst sollen dort die Prunkräume im Zuge von Ausstellungen des Belvederes zugänglich sein. Diesen Vergleich sollte man sich nicht entgehen lassen.

APA/red

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