Technische Probleme haben den Handel an der US-Technologiebörse Nasdaq am Donnerstag für etwa drei Stunden vorübergehend lahmgelegt. Der Börsenbetreiber machte eine Panne beim sogenannten Securities Information Processor für die Unterbrechung verantwortlich - eine Art Schnittstelle, über die Aktienkurse mit anderen Börsenplätzen ausgetauscht werden.
Gegen 12:15 Uhr (Ortszeit, 18:15 Uhr MESZ) kamen in New York alle Nasdaq-Geschäfte mit Aktien und Aktienoptionen zum Erliegen. Als Folge stellten auch andere Börsen ihren Handel mit am Nasdaq gelisteten Aktien ein. Gegen 15:25 Uhr (21:25 Uhr) wurde der Handel wieder aufgenommen. Die US-Börsenaufsicht SEC beobachtete nach eigenen Angaben die Situation, auch US-Finanzminister Jack Lew wurde über die Probleme mit dem Nasdaq unterrichtet. Der Index umfasst mehr als 3.000 Unternehmen, darunter Branchenriesen wie Apple.
In der Vergangenheit ist der Nasdaq mehrfach mit Computerpannen aufgefallen. Beim Börsengang des sozialen Onlinenetzwerks Facebook im Mai 2012 konnte das System den vielen Aufträgen nicht standhalten. Zehntausende Bestellungen konnten mehr als zwei Stunden lang nicht ausgeführt werden. Wegen der Panne hatte die SEC eine Strafe von zehn Millionen Dollar (7,5 Millionen Euro) gegen den Börsenbetreiber Nasdaq OMX verhängt.
An der New York Exchange (NYSE) liefen die Geschäfte indes normal weiter. Erst am Dienstag hatte es eine Handelspanne an den US-Börsen gegeben. Die größte Investmentbank Goldman Sachs tätigte wegen technischer Probleme versehentlich eine Flut an Geschäften mit Aktienoptionen und versetzte damit den Markt kurzzeitig in Aufruhr.
Verlust in Millionenhöhe
Pannen beeinflussen immer wieder das Marktgeschehen. Im April legten zum Beispiel Software-Probleme die Derivate-Börse CBOE aus Chicago für einen halben Tag lahm. Im Sommer 2012 sorgte der US-Aktienhändler Knight Capital für Schlagzeilen. Knight-Rechner hatten damals unbeabsichtigt den Markt mit Orders geflutet und für Chaos gesorgt. Dem Unternehmen entstand ein Verlust von 440 Millionen Dollar.
Das Handelshaus stand dadurch vor dem Kollaps, musste von mehreren Investoren gerettet werden. In Erinnerung ist an der Wall Street zudem noch der sogenannte Flash Crash aus dem Jahr 2010. Damals fiel der Kurs des Standardwerte-Index Dow Jones binnen Minuten um rund 1000 Punkte. Hier lösten Computerprogramme von Hochfrequenz-Händlern eine Verkaufskaskade aus.