Erinnerungen an die Costa Allegra werden wach. Das Luxus-Kreuzfahrtschiff "Azamara Quest" geriet nach einem Brand in Seenot. 600 Passagiere an Bord waren zu diesem Zeitpunkt an Bord des manövrierunfähigen Schiffes, darunter auch 20 bis 25 Österreicher. Der Kreuzer nahm unterdessen die Fahrt offenbar wieder auf.
werden wach. Das Luxus-Kreuzfahrtschiff "Azamara Quest" geriet nach einem Brand in Seenot. 600 Passagiere an Bord waren zu diesem Zeitpunkt an Bord des manövrierunfähigen Schiffes, darunter auch 20 bis 25 Österreicher. Der Kreuzer nahm unterdessen die Fahrt offenbar wieder auf.
Die in Malta ansässige Reederei Azamara Club Cruises teilte am Samstag auf ihrer Webseite mit, dass das Schiff wieder die Fahrt aufgenommen hat. Ziel ist demnach der Hafen der Stadt Sandakan im Norden Malaysias, wo die Reise enden soll. Bei einer Geschwindigkeit von sechs Knoten werde die Fahrt vermutlich ein bis zwei Tage dauern.
Verletzte bei Vorfall
Bei dem Vorfall wurden mindestens fünf Crew-Mitglieder verletzt. Das Luxus-Schiff trieb nach einem Brand an Bord manövrierunfähig in der Sulusee vor der Küste der Philippinen: So hatten sich die 600 Passagiere an Bord des Luxus-Schiffes ihre Reise sicher nicht vorgestellt. Sie teilen das Schicksal der "Costa Allegra"-Fahrgäste, deren Kreuzfahrt ebenfalls nach einem Brand an Bord ins Wasser fiel.
Zwei Motoren ließen sich nicht mehr aktivieren
Das Schiff war auf dem Weg in den Hafen der malaysischen Stadt Sandakan gewesen, als am Donnerstagabend ein Feuer ausbrach, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte. Der Brand konnte demnach schnell gelöscht werden. Anschließend sei es der Besatzung aber nicht mehr gelungen, zwei ausgefallene Motoren wieder anzuwerfen.
Von den rund 600 Passagieren, darunter auch einige Österreicher, wurde bei dem Brand niemand verletzt, wie Außenministeriums-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal hinzufügte. Ein verletztes Crew-Mitglied konnte demnach an Bord medizinisch versorgt werden. Das Schiff befand sich den Angaben zufolge am Samstag zwischen der Insel Palawan und der Hafenstadt Zamboanga auf Mindanao.
Außenministerium: "Mindestens 25 bis 30 Österreicher" an Bord
"Nach uns vorliegenden Informationen sind mindestens 25 bis 30 Österreicher auf dem Schiff. Diese gehören zu einer Reisegruppe. Ob sich noch weitere an Bord aufhalten, ist derzeit noch nicht bekannt", sagte Launsky-Tieffenthal. Derzeit gebe es laut dem Sprecher auch keine Hinweise darauf, dass die Österreicher zu Schaden gekommen sind. Es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut. Sobald feststeht, wohin das Schiff gebracht wird, werde von der Botschaft in Manila oder Koala Lumpur jemand entsendet werden, der sich um die österreichischen Passagiere kümmern wird.
Die "Azamara Quest" trieb laut Reederei rund 200 Seemeilen vor der Küste von Balikpapan auf der Insel Borneo im Indonesischen Archipel. Nach dem Brand sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen. Erst nach Stunden konnten die Klimaanlagen und die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. Die Stimmung unter den Passagieren sei aber ruhig, hieß es in der Mitteilung der Reederei. Die Arbeiten an der Maschine dauerten noch.
Wann die "Azamara Quest" aus eigener Kraft weiterfahren kann, war unklar. Auf jeden Fall soll das Schiff die Reise dann in Sandakan in Malaysia an der Nordspitze die riesigen Insel Borneo beenden. Das schwerer verletzte Crew-Mitglied musste nach Informationen der philippinischen Küstenwache, die das Schiff eskortierte, auch nicht in ein Krankenhaus geflogen werden
Reederei verspricht Erstattung des Preises und Gutschein
Azamara Club Cruises ist eine Marke des Kreuzfahrtkonzerns Royal Carribean, der insgesamt 40 Schiffe besitzt. Azamara-Präsident Larry Pimentel werde ab Montag in Malaysia die Passagiere persönlich erwarten, um deren Weiter- oder Heimreise sicherzustellen, hieß es am Samstag. Neben der vollen Erstattung des Reisepreises soll jeder Gast einen Kreuzfahrt-Gutschein in gleicher Höhe erhalten.
Das Fünf-Sterne-Schiff hatte Hongkong am 26. März verlassen und war nach einem Stopp in Manila auf den Philippinen auf einem großen Südostasien-Trip unterwegs nach Singapur.
Schon wieder eine Kreuzfahrt-Panne
Die Havarie ist der dritte größere Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr. Am 13. Jänner lief die "Costa Concordia" wahrscheinlich durch einen Fehler des Kapitäns vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen. Dabei starben 32 Menschen, noch immer bergen Taucher Leichen aus dem überfluteten Wrack.
Gut sechs Wochen danach, Ende Februar, havarierte das Schwesterschiff "Costa Allegra" nach einem Brand vor den Seychellen. Die Reisenden mussten drei Tage lang ohne Strom und Klimaanlage nur mit einer Notversorgung in tropischer Hitze an Deck ausharren.