"Paper Mario: The Origami King" im Test: Faltastisch!

In seinem neuesten Spiel tritt Super Mario gegen fiese Origami-Gebilde an. "Heute" hat das Nintendo-Switch-Game getestet.

Super Mario tritt in vielen Formen in Erscheinung: Als normaler, abenteuerlustiger Klempner, als Doktor, Rennfahrer, Baumeister - und in der "Paper Mario"-Reihe als zweidimensionaler Papierheld. Seit dem Debüt auf dem Nintendo 64 hat die Spinoff-Serie mit Rollenspiel-Elementen viele Fans. Denn neben der ausgefallenen Optik bieten die Games jede Menge Humor und verleihen den Bewohnern des Pilzkönigreichs deutlich mehr Persönlichkeit als "normale" Mario-Games. Der neueste Teil trägt den Titel "The Origami King" und erscheint exklusiv auf Nintendo Switch. "Heute" hat ihn bereits gespielt.

Es herrscht einmal mehr Chaos im Pilzkönigreich. Diesmal ist aber nicht Bowser dafür verantwortlich, sondern König Olly. Dieser neue Schurke ist der Herrscher des Origami-Königreichs und will die Papierbewohner des Pilzkönigreichs vollständig zusammenfalten. Gleich zu Beginn erwischt er Prinzessin Peach, entführt ihr Schloss und parkt es auf einem weit entfernten Berg, umschlossen von Luftschlangen. Auf den Weg dorthin macht sich - eh klar - Papier-Mario, der von Ollys Schwester Olivia unterstützt wird.

Diese Origami-Shy-Guys führen nichts Gutes im Schilde.
Diese Origami-Shy-Guys führen nichts Gutes im Schilde.Nintendo

Keine Revolution

Auf Nintendo Switch erfand Nintendo mehrere seiner Spiele neu - etwa mit "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" oder "Super Mario Odyssey". Mit "The Origami King" beschreitet die "Paper Mario"-Reihe hingegen keine wesentlich neuen Pfade. Bemerkenswert ist allerdings die noch nie dagewesene Größe der liebevoll gestalteten Areale. An jeder Ecke warten schöne Details und Geheimnisse - meist in Form von zusammengefalteten Toads, die aus ihrer Misere befreit werden müssen. Außerdem klaffen nach den Angriffen von Ollys Faltschergen große Löcher in der Welt, durch die man das Drahtgestell im Inneren erkennen kann. Gestopft werden sie mit gesammelten Papierschnipseln.

Auf der Reise begegnet Mario allerlei skurrilen Figuren, etwa dem zündschnürlosen Bo-omb Bobby, der sein Gedächtnis verloren hat, oder Koopas und Gumbas, die nach einem anstrengenden Tag einfach nur in einem versteckten Café sitzen und über ihre Existenz philosophieren. Nahezu alle Dialoge enthalten gut ins Deutsche übersetzte Späße und jede Menge Charme. Einziger Wermutstropfen für alle älteren Spieler: Die ausschließlich schriftlichen Dialoge erscheinen relativ langsam und können nicht beschleunigt werden.

Kämpfen und rätseln

Neu ist das Kampfsystem, das gleichzeitig auch einen Rätselanteil hat. Gespielt wird in eigenen Arenen mit einem rundenbasierten System. Mario steht in der Mitte, die Gegner sind rund um ihn auf einem kreisförmigen Raster. Um reihenweise auf die gefalteten Koopas, Ninjas und Gumbas zu springen oder sie mit dem Hammer per rechtzeitig gedrückter Tasten zu bearbeiten, müssen sie zunächst in die richtige Position gebracht werden. Dazu ist aber nur eine bestimmte Zahl an Zügen erlaubt. Und das Zeitlimit erleichtert die Angelegenheit auch nicht gerade.

Wer kämpfen will, muss auch ein bisschen rätseln.
Wer kämpfen will, muss auch ein bisschen rätseln.Nintendo

Wenn eine Situation einmal zu knifflig zu sein scheint, kann man dem Toad-Publikum Münzen zuwerfen. Je spendabler man dabei ist, desto mehr Power-Ups spendieren die Pilzköpfe und lösen mitunter sogar die Aufstellung von alleine. Das kann auch in den regelrecht absurden Bosskämpfen hilfreich sein. Diese drehen den Spieß um. Mario steht außen, in der Mitte die Antagonisten. Etwa eine Origami-Schildkröte oder eine Figur, die sich aus Gummiringerl zusammensetzt. Um diese starken Feinde zu besiegen, muss man auf dem Raster einen Pfad erstellen, der Mario an die Schwachstelle des Feindes bringt. Idealerweise passiert der Klempner auf seinem Weg Bonusfelder, die seine Gesundheit wieder auffüllen oder zusätzlichen Schaden verleihen.

"Paper Mario" war schon immer für seine spektakuläre Optik bekannt. Die Landschaften bestehen aus Pappmaché, Papier, Draht und Karton. Nach dem bereits hübschen Ablegern "Color Splash" auf der Wii U setzt "The Origami King" noch einmal eine ordentliche Schippe obendrauf. Die Umgebungen sind groß, schön abwechslungsreich und farbenfroh. Dazu kommt der schöne Soundtrack, der mit allerlei neu interpretierten "Mario"-Tracks aufwartet.

Die Landschaften sind abwechslungsreich - und aus Papier!
Die Landschaften sind abwechslungsreich - und aus Papier!Nintendo

Fazit

"Paper Mario: The Origami King" ist ein weiteres Highlight für die Nintendo Switch. Das Game revolutioniert die Serie zwar nicht, macht aber alles richtig und bietet feinen Humor. Einzig die Möglichkeit, die Textausgabe schneller einzustellen, wäre die Kirsche auf der Papier-Torte gewesen. Faltastisch!

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