Welt

Papst flüchtete auf Philippinen vor Tropensturm

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:11

Es ist skurril, aber dennoch am Samstag passiert. Ausgerechnet ein Tropensturm hat den Besuch von Papst Franziskus im schwer verwüsteten philippinischen Taifungebiet um Tacloban verkürzt. Der Papst feierte zwar bei heftigem Wind und Regen am Samstag am Flughafen der Stadt mit Hunderttausenden Überlebenden des verheerenden Taifuns "Haiyan" eine Messe. Doch näherte sich Sturm "Mekkhala" so schnell vom Pazifik, dass die Organisatoren eine vorzeitige Abreise anordneten.

Es ist skurril, aber dennoch am Samstag passiert. Ausgerechnet ein Tropensturm hat den Besuch von Papst Franziskus im schwer verwüsteten philippinischen Taifungebiet um Tacloban verkürzt. Der Papst feierte zwar bei heftigem Wind und Regen am Samstag am Flughafen der Stadt mit Hunderttausenden Überlebenden des verheerenden Taifuns "Haiyan" eine Messe. Doch näherte sich Sturm "Mekkhala" so schnell vom Pazifik, dass die Organisatoren eine vorzeitige Abreise anordneten.

Der Papst zog nach der Ankunft in der Früh wie die Gläubigen einen gelben Plastik-Regenmantel über und ließ sich zunächst nicht vom geplanten Ablauf abbringen. Mit dem Papamobil fuhr er durch die Menschenmassen und winkte. Der Bürgermeister von Tacloban schätzte die Zahl der Gläubigen auf rund eine Million.

Taifun "Haiyan" war im November 2013 mit sechs Meter hohen Flutwellen über die Zentralphilippinen hereingebrochen. Mehr als 6.000 Menschen kamen ums Leben. Die Stadt Tacloban wurde schwer verwüstet.
"Da muss ich hin"

"Als ich diese Katastrophe damals im Fernsehen sah, habe ich auf der Stelle beschlossen: da muss ich hin", sagte Franziskus. "Ihr sagt vielleicht: wir sind im Stich gelassen worden, wir haben unsere Häuser und unsere Lebensgrundlage verloren, und viele von Euch haben Angehörige verloren. Aber ich sage Euch: Jesus lässt Euch nie im Stich." 80 der 100 Millionen Philippiner sind meist tief gläubige Katholiken. Viele Menschen weinten bei der Messe.

Kapperl blieb diesmal in der Tasche

Der Altar stand unter einem leicht gebauten Dach, doch pfiff der Wind ohne Unterlass. Franziskus hatte beim Aussteigen aus dem Flugzeug vorsorglich sein Scheitelkäppchen in der Tasche gelassen. Es war ihm bei der Asienreise in den vergangenen Tagen mehrfach vom Kopf geweht worden.
Viele der Gläubigen hatten Stunden am Flughafen von Tacloban ausgeharrt, um den Papst zu erleben. Sanitäter machten sich Sorgen, dass die Menschen sich unterkühlen könnten. Sie wollten im Anschluss an die Messe heiße Getränke verteilen.

Restliches Programm abgesagt

Der Papst wollte eigentlich mit Überlebenden des Taifuns zu Mittag essen und Ordensleute treffen. Das Programm musste jedoch abgesagt werden. Hunderttausende Menschen standen trotz des Regens nach der Messe noch an den Straßen, um den Papst zu sehen. Franziskus ließ das geschlossene Auto stehen, das ihn vor dem Regen geschützt hätte, und fuhr im offenen Papamobil an ihnen vorbei. Er ließ mehrmals halten, um Kinder zu segnen.

Helferin getötet, Flugzeug verunglückt

Eine Helferin des Papstbesuchs in Tacloban ist von einem durch den Wind umstürzenden Stahlgerüst tödlich getroffen worden, sagte ein Sprecher des Erzbistums Palo auf Leyte.

Zu einem weiteren Zwischenfall kam es auch kurz nach dem Abflug des Papstes vom Flughafen in Tacloban. Ein Flugzeug mit ranghohen Beratern des philippinischen Präsidenten Benigno Aquino an Bord schoss nach Behördenangaben wegen des Sturms über die Landebahn hinaus. Verletzt worden sei aber niemand, sagte ein Regierungsbeamter. Das Flugzeug folgte der Maschine des Papstes, die kurz zuvor abgehoben hatte.

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