Papst will Weltkirche mit acht Kardinälen leiten

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Papst Franziskus plant eine Revolution im Vatikan. Ab kommendem Oktober will er ein achtköpfiges Kardinalsdirektorium einsetzen, das mit ihm die Weltkirche regieren soll, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Samstag. Die acht Kardinäle stammenaus allen fünf Kontinenten und sind ausschließlich dem Papst untergeordnet.

Papst Franziskus plant eine Revolution im Vatikan. Ab kommendem Oktober will er ein achtköpfiges Kardinalsdirektorium einsetzen, das mit ihm die Weltkirche regieren soll, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Samstag. Die acht Kardinäle stammenaus allen fünf Kontinenten und sind ausschließlich dem Papst untergeordnet.

Dem neuen Kardinalsdirektorium treten acht Kardinäle aus fünf Kontinenten bei: Neben dem Koordinator Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, treten der US-Kardinal Sean Patrick O'Malley, Kardinal Giuseppe Bertello, Präsident des Gouvernatorats, der emeritierte Bischof von Santiago del Cile, Francisco Javier Erraruriz Ossa, der Erzbischof von Bombay, Oswald Gracias, der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, und der Erzbischof von Sydney Georg Pell der Gruppe bei.

Das Kardinalskollegium soll in Vertretung der Bischofssynode arbeiten und mit dem Papst regieren, auch wenn dem Heiligen Vater bei jeglichem Beschluss das letzte Wort zustehen soll, berichtete das Blatt. Damit soll es im Vatikan zu einer kollegialeren Verwaltung auf Kosten der Kurie kommen, die wegen einer Serie von Skandalen in den vergangenen Jahren ziemlich unter Beschuss geraten ist.

Jesuiten-Orden als Vorbild

Beim Kardinalsdirektorium nimmt sich Jorge Mario Bergoglio die Jesuiten als Beispiel, dem Orden, dem er selbst angehört. Der Orden steht unter der Leitung eines Jesuitengenerals, der mit zehn Assistenten aus verschiedenen Ländern und Sprachgruppen arbeitet.

Personalrochaden im Vatikan

Vatikan-Insider rechnen bald mit radikalen Personalveränderungen im Vatikan. Mehrere Schlüsselpositionen in der römischen Kurie könnten mit Vertrauensleuten des neuen Pontifex neu besetzt werden. Franziskus wird höchstwahrscheinlich auch einen neuen vatikanischen Staatssekretär anstelle von Kardinal Tarcisio Bertone einsetzen, der nach mehreren Skandalen im vergangenen Jahr unter Beschuss geraten ist.

Als möglicher Nachfolger Bertones gilt der brasilianische Kardinal Joao Braz de Aviz, der im Rahmen der Generalkongregationen zur Vorbereitung des Konklaves offen die Privilegien der Kurie kritisiert hatte und mit Bertone auf Konfrontationskurs gegangen war. Braz de Aviz hatte unter anderem den Mangel an Transparenz in der von Bertone geleiteten Vatikanbank IOR kritisiert. Zu den Favoriten für Bertones Nachfolge zählt auch der 70-jährige Papstwähler Giuseppe Bertello. Der Italiener ist als vatikanischer Regierungschef für die gesamte Infrastruktur des Kirchenstaates verantwortlich, von den Vatikanischen Museen bis hin zur medizinischen Versorgung.

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