Wer hätte das gedacht!? Eine britische Studie hat ergeben, dass Menschen, die illegal Lieder aus dem Netz herunterladen, gleichzeitig am meisten Geld für Musik ausgeben. Die Unterhaltungsindustrie fordert trotzdem ein härteres Durchgreifen gegen ihre besten Kunden.
"Sie nutzen Filesharing, um Musik kennenzulernen", versucht Meinungsforscher Mark Mulligan das Ergebnis der Studie, bei deren Erstellung 1.000 Menschen im Alter zwischen 16 und 50 Jahren befragt wurden, zu erklären. Die vom Institut Ipsos MORI veröffentlichte Untersuchung sieht in Musikdieben nämlich gleichzeitig die besten Kunden.
Demnach gibt eine Person, die sich illegal Musik besorgt, rund 75 Prozent mehr Geld für CDs & Co. aus, als ein Mensch mit weißer Weste. Das stellt die Branche vor ein paradoxes Problem: Durch härtere Strafen gegen Filesharer könnte sich die Musikindustrie womöglich mehr schaden als helfen. So sehen das zumindest die Befürworter des kostenlosen Musiktauschens im Internet.
Einen anderen Blickwinkel besitzen Vertreter der Branche. "Auch wenn jemand im CD-Geschäft drei CDs kauft und drei an der Kassa vorbeischwindelt, entsteht Schaden. Man kann also nicht legal und illegal gegeneinander ausspielen", argumentiert Thomas Böhm vom Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) gegenüber pressetext.at.